Unicredit Onemarkets: Nun kommt eine Alternatives-Schiene
Zehn Jahre nach dem Verkauf der eigenen Fondsgesellschaft Pioneer wächst in der Unicredit die Subadvisory-Plattform Onemarkets zur zentralen Drehscheibe heran. Nach ETFs steht nun der Launch einer Alternatives-Schiene bevor, sagt Manager Frank Weingarts im Gespräch mit FONDS professionell.
Einen kompletten Wandel macht die nach außen hin unscheinbare einstige Zertifikate-Einheit des italienischen Unicredit-Konzerns durch: Die Plattform Onemarkets – sie gehört gesellschaftsrechtlich zur deutschen Tochter Hypovereinsbank – soll zur zentralen Anbieterin von Investmentangeboten der Unicredit werden, sagte Onemarkets-Manager Frank Weingarts in einem Gespräch mit FONDS professionell.
Die vor drei Jahren auf Onemarkets (zusätzlich zu den Zertifikaten) gestartete Fondspalette umfasse mittlerweile mehr als 50 Produkte, in denen über 30 Milliarden Euro verwaltet werden. Dabei hebt sich die Unicredit von anderen Banken ab: Es handelt sich nicht um eigene Fonds, sondern um ein Subadvisory-Konzept. Unicredit mandatiert Asset Manager von J.P. Morgan AM bis Blackrock, die dann Portfolios nach gezielten Vorgaben verwalten. Sowohl die Zahl der Anbieter als auch der Produkte soll ausgebaut werden, so Weingarts.
Neu: Alternatives
Vor einigen Wochen sind auf Onemarkets erstmals ETFs dazugekommen. Nun soll ein Fondsangebot für Alternative Investments live gehen, wie Weingarts ankündigte. "Das können Active Managed Certificates sein oder ELTIFs (European Long-Term Investment Funds) und klassische UCITS-Fonds. Mit den Alternatives gehen wir in den kommenden Wochen an den Markt. Unter dem Onemarkets-Dach sollen alle Kunden vom Retail bis zum Wealth-Management ein Angebot finden", so Weingarts.
Onemarkets wird demnach schrittweise zum Asset-Management-Hub im Unicredit-Konzern ausgebaut. Diese Rolle wird sich in den kommenden Monaten weiter verstärken, da die Unicredit sich aus der historischen Kooperation mit dem Hauptpartner Amundi zurückzieht.
Onemarkets soll Amundi kompensieren
Die Unicredit hat 2016 ihre eigene Fondsgesellschaft Pioneer an den französischen Riesen Amundi verkauft und ist mit diesem seitdem über einen Vertrag verbunden, der bis Mitte 2027 läuft. Bereits jetzt halten sich die Italiener aber nicht mehr zur Gänze an die Vereinbarung. Es gibt Berichte über hohe Abflüsse und vertragliche Pönalen, die die Unicredit an die Franzosen zu entrichten hat.
Amundi sei weiter einer der Partner im Subadvisory-Konzept, betonte Weingarts. Die Vermittler würden konzernweit aber bereits auf das allgemeine Onemarkets-Angebot geschult. "Der Vertriebsfokus ist jetzt ein anderer", so Weingarts. (eml)















