Diese Chance will sich die Unicredit offenbar nicht entgehen lassen: Die italienische Großbank wird mit ihren Plänen für eine mögliche Übernahme der Commerzbank immer konkreter, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Bereits vor einiger Zeit hat die Unicredit die Investmentbank Lazard mandatiert, um die Sinnhaftigkeit einer Übernahme-Offerte zu prüfen. Nun soll das Unternehmen laut FAZ obendrein die US-amerikanische Investmentbank JP Morgan als Berater engagiert haben.

Die Bundesrepublik Deutschland ist mit knapp 16 Prozent an der Commerzbank beteiligt. Die Berater könnten für die Unicredit ein wichtiger Türöffner zur Berliner Politik sein: Die Investmentbanker von JP Morgan standen nach Informationen der FAZ bis Ende April in regem Austausch mit der Bundesregierung. Bei Lazard wiederum ist seit 2016 der frühere Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen unter Vertrag. Unicredit, Lazard und JP Morgan lehnten eine Stellungnahme ab.

Mögliche Fusion von Commerzbank und Hypo-Vereinsbank
Im April hatten Commerzbank und Deutsche Bank ihre Fusionsgespräche offiziell für beendet erklärt. Ein Zusammenschluss der Unicredit mit der Commerzbank würde zu dem Ziel der italienischen Großbank passen, ihre Abhängigkeit vom Heimatmarkt zu reduzieren, schreibt die Nachrichtenagentur "Reuters". Die Unicredit könnte in diesem Falle die Commerzbank mit ihrer Münchener Tochtergesellschaft Hypo-Vereinsbank (HVB) verschmelzen. (fp)