Union Investment hat im ersten Halbjahr 2021 bei privaten und institutionellen Anlegern netto 24,4 Milliarden Euro eingeworben. Das ist mehr als fünfmal so viel wie im Vorjahreszeitraum, als sich das Nettomittelaufkommen auf 4,3 Milliarden Euro belaufen hatte. Das verwaltete Vermögen lag Ende Juni 2021 bei 427,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 18,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilt der genossenschaftliche Fondsanbieter mit.

Dank der hohen Zuflüsse in den ersten sechs Monaten steuert der Frankfurter Asset Manager auf ein Rekordjahr zu. Den bisherigen Bestwert für einen Zwölfmonatszeitraum verzeichnete Union Investment im Jahr 2015. Damals hatte das Haus unter dem Strich 26,2 Milliarden Euro eingesammelt.

Fast zehn Milliarden Euro von Privatanlegern
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit institutionellen Investoren. Diese Kundengruppe vertraute Union Investment im ersten Halbjahr 14,7 Milliarden Euro an, nach nur 0,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, der im Zeichen des Corona-Crashs gestanden hatte. Doch auch das Privatkundengeschäft floriert: Der Nettozufluss von 9,7 Milliarden Euro in diesem Segment lag ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert (3,7 Mrd. Euro).

Privatanleger orderten vor allem Mischfonds (4,4 Mrd. Euro), Aktienfonds (3,4 Mrd. Euro) und offene Immobilienfonds (1,2 Mrd. Euro). Aus wertgesicherten Fonds (-0,8 Mrd. Euro) floss aufgrund von Fälligkeiten hingegen Geld ab. "Die Sparer befinden sich aufgrund der zementierten Null- und Minuszinsen in einem Anlagenotstand", sagt Union-Investment-Vorstandschef Hans Joachim Reinke. "Immer mehr Menschen handeln nun auch und investieren in Wertpapiere und Immobilien."

Mehr als jeder zweite Euro fließt in Nachhaltigkeitsfonds
Im ersten Halbjahr entfielen 60 Prozent des Neugeschäfts mit Privatkunden auf Nachhaltigkeitsfonds. "Insgesamt haben sich innerhalb eines Jahres die nachhaltigen Assets im Privatkundengeschäft von 9,2 Euro auf 19,8 Milliarden Euro mehr als verdoppelt", berichtet Union Investment.

Steil nach oben weist auch das Sparplangeschäft. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres schlossen die Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken unter dem Strich 348.000 neue Fondssparpläne ab, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (200.000). Die durchschnittliche monatliche Sparrate stieg auf Sicht von zwölf Monaten um elf auf 172 Euro. Rechnet man die VL- und Riester-Sparpläne mit ein, betreut Union Investment mittlerweile sechs Millionen Sparverträge.

Florierendes Österreich-Geschäft
Auch in Österreich bricht die Nachfrage nach Investmentfonds Rekorde. Dort hat sich der Absatz von Union Investment sich gegenüber dem Vorjahr bereits zur Jahresmitte nahezu verdoppelt: Die Kunden der österreichischen Volksbanken pumpten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 netto 408 Millionen Euro (Vorjahr: 225 Mio. Euro) in hauseigene Fonds. Das ist der höchste Zufluss seit dem Markteintritt des Anbieters im Jahr 2015. Das für österreichische Kunden verwaltete Vermögen stieg um rund 30 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Fondssparpläne beziffert Marc Harms, Geschäftsführer der Union Investment Austria, auf 15.300. Das sind rund 50 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres (10.300 Neuabschlüsse). Insgesamt stieg der Bestand an Fondssparplänen gegenüber dem Vorjahreswert um ein Viertel auf 126.000. (bm)