Die Fondsgesellschaft Union Investment hat 2021 den Nettoabsatz auf 40,5 Milliarden Euro gesteigert und damit gegenüber dem Vorjahr nahezu verdreifacht (siehe Grafik in der Bilderstrecke oben). Der zentrale Fondsanbieter der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken steigerte damit das verwaltete Vermögen auf 454,1 Milliarden Euro. Das hohe Nettomittelaufkommen katapultierte das Betriebsergebnis simultan auf 1,24 Milliarden Euro – nahezu doppelt so viel wie im Vorjahr. Damit verzeichnete das Haus eigenen Angaben zufolge das erfolgreichste Geschäftsjahr seit der Unternehmensgründung 1956.

"Nach überproportionalem Wachstum im vergangenen Jahrzehnt sind wir auch in der neuen Dekade mit großem Schwung gestartet", kommentiert Vorstandschef Hans Joachim Reinke die Ergebnisse. "Zuspruch in noch nie erlebter Größenordnung, positive Performancebeiträge und freundliche Börsen haben sich in unseren Geschäftszahlen niedergeschlagen." Mit diesem Ergebnis zähle sein Haus zu den absatzstärksten Fondsgesellschaften in Deutschland und Europa, so Reinke.

Kleinsparer kaufen Fonds
Der hohe Absatz entstammt sowohl dem Privatkundengeschäft mit 19,7 Milliarden Euro sowie dem institutionellen Bereich mit 20,8 Milliarden Euro. Insbesondere Sparpläne befeuerten zum wiederholten Mal das Nettomittelaufkommen. Union Investment verzeichnete 584.000 Neueröffnungen 2021 und damit soviel wie nie zuvor. Mit klassischen Sparplänen, den Riester-Sparplänen und dem VL-Sparen, verwaltet Union Investment nunmehr 6,3 Millionen Fondssparpläne. Im Vorjahr waren es 5,7 Millionen.

Reinke verweist zudem darauf, dass ein Drittel der Sparplanneukunden jünger als 27 Jahre ist. Die Bedeutung des Fondssparens habe in Deutschland insgesamt an Bedeutung gewonnen. Reinke verweist dazu auf Bundesbank-Daten, wonach der Anteil von Fonds an der Geldvermögensneubildung deutlich gestiegen ist. Lag der Fondsanteil 2020 noch bei 10,8 Prozent, waren es per Ende September 2021 schon 25,7 Prozent. "Kleinsparer haben den Fonds für sich entdeckt", resümiert Reinke.

Sonja Albers Kandidatin für BVI-Vorstand
Der Union-Investment-Chef begründet zudem den Ausbau des Vorstands von vier auf fünf Köpfe unter anderem mit der gestiegenen Bedeutung des Segments "Fondsdienstleistungen" sowie des Personalbereichs. Der Kampf um Talente nehme in der Finanzwelt zu, argumentiert Reinke. Der für das institutionelle Geschäft zuständige Alexander Schindler geht im März in Ruhestand.

Als Nachfolger für Schindler hatte Union bereits vor gut einem Jahr André Haagmann bestellt. Sonja Albers verantwortet die Ressorts Personal, Fondsdienstleistungen sowie das Ressort Recht und Compliance. Union werde Albers auch als Kandidatin für den Vorstand des deutschen Fondsbranchenverbands BVI nominieren, kündigte Reinke an. Wer das Amt des BVI-Präsidenten übernehmen wird, das Schindler derzeit innehat, ist offen. (ert)