Der Fondsdienstleister Universal-Investment setzt sein Wachstum ungebremst vor. Die Frankfurter Service- und Master-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) betreute am Ende ihres jüngsten Geschäftsjahres zum 30. September 2021 gut 710 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Plus von 113 Milliarden Euro oder knapp 19 Prozent zum Vorjahr.

Die Belegschaft wuchs im gleichen Zeitraum von knapp 900 auf über 1.000 Mitarbeitende, teilt das Unternehmen mit. Die Zahl der verwalteten Fondshüllen liegt nach etwas über 1.800 im letzten Geschäftsjahr nun bei rund 2.000. Eigenen Angaben zufolge zählt Universal-Investment zu den am schnellsten wachsenden Fondsgesellschaften im deutschsprachigen Raum.

Das betreute Volumen stieg über die vergangenen zwölf Monate in allen Produktbereichen. Das Geschäft mit Wertpapier-Spezial- und -Publikumsfonds wuchs von 417,8 auf 491,4 Milliarden Euro. Der Bereich Alternative Investments legte von 50,7 auf 70,5 Milliarden Euro zu, das Immobiliengeschäft von 16,6 auf 19,0 Milliarden Euro. Im Portfoliomanagement mit regelgebundenen Konzepten sowie Overlay-Mandaten gab es ein Plus von 71,3 auf 77,9 Milliarden Euro. "Im neuen Geschäftsjahr werden wir signifikant investieren, um als führende Plattform für die Fondsindustrie weitere Maßstäbe zu setzen", lässt sich Universal-Investment-Chef Michael Reinhard in einer Pressemitteilung zitieren.

Unterm Strich stand im Geschäftsjahr 2019/2020 ein Verlust
Während die Gesellschaft bei Angaben zum betreuten Vermögen gerne ins Detail geht, werden keine aktuellen Zahlen zum Gewinn oder zum Umsatz veröffentlicht. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019/2020 wurde Mitte Juli 2021 publiziert. Demnach verbuchte die Universal- Beteiligungs- und Servicegesellschaft mbH, wie die Holding heißt, in jenem Geschäftsjahr einen Fehlbetrag von 14,7 Millionen Euro, der Bilanzverlust lag bei 39,9 Millionen Euro.

Das liegt zum einen an hohen Investitionen, zum anderen aber auch an Zahlungen an die Eigentümer. Der Grund: Universal-Investment gehört seit fast fünf Jahren der britischen Private-Equity-Gesellschaft Montagu. Bei deren Luxemburger Vehikel Alpha LuxCo 2 hat der Fondsanbieter Kredite aufgenommen, die sich Ende September 2020 auf gut 270 Millionen Euro summierten. Im Geschäftsjahr 2019/2020 zahlte Universal-Investment 12,9 Millionen Euro Zinsen für diese Darlehen, hinzu kam eine Auszahlung von zwei Millionen Euro an die Gesellschafter. Im Konzernabschluss heißt es: "Die Auswirkungen der Kaufpreisallokation durch den Erwerb der Universal-Investment wirken sich weiter stark auf das Gesamtkonzernergebnis aus." (bm)