Große Konzerne wie Facebook, Amazon oder Google konnten bisher durch geschickte Firmensitzwechsel ihre Steuerlast verringern. US-Finanzministerin Janet Yellen will dem nun ein Ende setzen und fordert eine global geltende Mindeststeuer für Firmen. Das kündigte die Ministerin am Montag (6. April) vor Beginn der virtuellen Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und einem Treffen der G20-Staaten an, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). 

Die Pläne liegen im Eigeninteresse der USA: Mit einer globalen Mindeststeuer will US-Präsident Joe Biden den Kongress für seine geplanten Anhebung der Unternehmenssteuer von 21 auf 28 Prozent auf seine Seite ziehen, schreibt die SZ. Eine höhere Unternehmenssteuer soll das 1,9 Billionen US-Dollar schwere Wiederaufbauprogramm der US-Regierung mitfinanzieren, ist aber beim Kongress hoch umstritten. Die Abgeordneten fürchten, höhere Steuern würden US-Unternehmen gegenüber der ausländischen Konkurrenz benachteiligen.

Nicht nur USA profitiert
Das Weiße Haus will auf internationale Zusammenarbeit setzen, um dem  weltweiten Wettrennen um die niedrigsten Unternehmenssteuern ein Ende zu setzen. Setzt die USA die Globalsteuer durch, könnten auch deutsche Unternehmen davon profitieren. Je nach Vereinbarung, würde die Globalsteuer Firmen den Anreiz nehmen, ihre Gewinne aufgrund steuerlicher Vorteile zwischen Auslandstöchtern hin- und herzuschieben. Ob das gelingt, ist jedoch noch offen und hängt von den vertraglichen Details ab. (fp)