Die US-Notenbank geht ihren Stresstest für US-amerikanische Banken künftig lockerer an. Ab laufendem Jahr entfällt laut Medienberichten ein großer Teil der Belastungsprobe: US-Institute werden künftig nicht mehr qualitativ überprüft. Bei der qualitativen Prüfung nimmt die Fed unter anderem das Risikomanagement und die internen Kontrollen der Geldhäuser unter die Lupe. Das wird sie zwar auch weiterhin tun – allerdings können Banken die die Fed nicht zufriedenstellen, deshalb in Zukunft nicht mehr durchfallen.

Die Neuregelung gilt allerdings nicht für alle Institute, sondern nur für jene, die den qualitativen Test schon viermal erfolgreich durchlaufen haben. Mehrere US-Ableger ausländischer Banken sind daher von der Lockerung ausgenommen, darunter Deutsche Bank, Credit Suisse und Barclays. Sie alle haben noch keine vier Stresstests absolviert. Die Deutsche Bank wurde bislang zweimal getestet. Im vergangenen Jahr fiel sie als einziges getestetes Institut im qualitativen Teil durch.

Banken haben ihre Hausaufgaben gemacht
Die US-amerikanische Bankenbranche kritisiert die Fed-Stresstests bereits seit längerem. Den Banken zufolge sind die Tests zu aufwändig und überdies intransparent. Die Notenbank kommt den Instituten also mit ihrer Lockerung entgegen. Offiziell begründet sie diesen Schritt allerdings anders: Die Stresstests wurden im Nachgang der Finanzkrise eingeführt. Seitdem hat sich die Liquiditätssteuerung vieler US-Banken deutlich verbessert, heißt es von der Fed. (fp)