USA im Visier: OLB-Fußballkredite steigen auf 1,3 Milliarden Euro
Fußballkredite entwickeln sich für die Oldenburgische Landesbank zu einem wichtigen Geschäftsfeld. Das Institut sieht weiteres Wachstumspotenzial – auch außerhalb Europas.
Das Portfolio an Fußballfinanzierungen der Oldenburgischen Landesbank (OLB) ist auf rund 1,3 Milliarden Euro angewachsen. Diese Zahl nannte Vorstand Giacomo Petrobelli im Interview mit der Nachrichtenagentur "Bloomberg". Erst vor sechs Jahren war die Bank in dieses Geschäft eingestiegen. Eine weitere Expansion in dieser Nische des Kreditmarktes ist bereits geplant.
Wachstumspotenzial in Europa und den USA
"Wir haben noch Spielraum für weiteres Wachstum", erklärte Petrobelli, der im Vorstand das Fußballgeschäft verantwortet. Zum einen wolle die OLB ihre Marktanteile in Europa ausbauen, zum anderen neue Regionen erschließen. "Die USA sind für uns sehr interessant, da vermögende Klubbesitzer dort derzeit viel investieren. Mittlerweile gibt es in den USA viele professionell geführte Fußballvereine."
Fokus auf Spielertransfers
Rund 80 Prozent des Fußballportfolios der OLB bestehen aus der Finanzierung von Spielertransfers. Der Schwerpunkt liegt dabei auf etwa 100 Vereinen der fünf wichtigsten europäischen Ligen in Großbritannien, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich.
"Mit der Mehrheit der rund 100 Vereine haben wir bereits Geschäfte gemacht", so Petrobelli. Darüber hinaus ist die OLB auch außerhalb der Top-Ligen aktiv, etwa in Portugal. Dortige Vereine "holen oft Talente aus Südamerika, entwickeln die Spieler weiter und verkaufen sie später an andere Vereine".
Keine Kreditausfälle seit Markteintritt
Nach Angaben Petrobellis verzeichnete die OLB in der Fußballfinanzierung bislang keinen einzigen Kreditausfall. Alle Darlehen seien vollständig zurückgezahlt worden. Seit dem Einstieg in dieses Geschäft im Jahr 2019 habe die Bank schätzungsweise vier bis fünf Milliarden Euro an Fußballfinanzierungen bereitgestellt.
Zudem korreliert die Fußballfinanzierung laut Petrobelli nicht mit der Gesamtwirtschaft, was sie für die Diversifizierung des Kreditgeschäfts attraktiv macht. Das gesamte Kreditbuch der OLB umfasst derzeit rund 26 Milliarden Euro und beinhaltet unter anderem Konsumenten-, Bau- und Gewerbekredite.
Weitere Banken im Markt aktiv
Die OLB ist nicht die einzige Bank in Deutschland, die Fußballfinanzierungen als Ertragsquelle nutzt. Auch das Internationale Bankhaus Bodensee (IBB) gilt als etablierter Marktteilnehmer. "Wir finanzieren Forderungen aus Transfers, Sponsoring und medialer Vermarktung im internationalen Fußball", schreibt das Institut auf seiner Website.
"Bloomberg" berichtete im vergangenen Monat, dass die englische Premier League einen exklusiven Kreis von Finanzierern aufgebaut hat, die privilegierten Zugang zu Top-Vereinen haben. Zu dieser Gruppe zählen demnach neben OLB und IBB auch größere Banken wie HSBC und Barclays.
Schnell-drehendes Geschäft
Petrobelli zufolge fallen in Europa jährlich rund fünf bis sechs Milliarden Euro an Fußballtransfergebühren an, die finanziert werden müssen. Die entsprechenden Kredite haben in der Regel eine kurze Laufzeit.
"Es handelt sich um ein schnell-drehendes Portfolio, da die meisten Transferfinanzierungen innerhalb von etwa zwei Jahren zurückgezahlt werden", erklärte Petrobelli. "Daher müssen wir jedes Jahr Neugeschäft in Höhe von rund 700 bis 900 Millionen Euro generieren."
Hohe Profitabilität der OLB
Die OLB ist hochprofitabel. In den ersten neun Monaten 2025 steigerte sie ihren Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahr auf 271,8 Millionen Euro. Die bisherigen Eigentümer, darunter Apollo Global Management und das Teacher Retirement System of Texas, sind derzeit dabei, die Bank an die französische Crédit Mutuel Alliance Fédérale zu verkaufen.
Petrobelli zufolge prüft die OLB auch Finanzierungen in anderen Sportarten. "Aber Fußball ist mit Abstand die größte Sportart in Europa, und die anderen sind noch nicht groß genug, als dass sich ein Engagement für uns lohnen würde", sagte er. (mb/Bloomberg)














