Die V-Bank bietet erstmals in Deutschland ein digitales Steuerreporting für Fremdwährungskonten in Depots von Privatanlegern an. Der neue Zusatzservice, für den das auf Vermögensverwalter spezialisierte Institut mit dem Fintech Fintegra kooperiert, könne bereits ab dem Steuerjahr 2019 und damit noch rechtzeitig für die anstehende Einkommensteuererklärung eingesetzt werden.

Hintergrund des Angebotes ist nach Angaben der V-Bank die Komplexität der Behandlung von Fremdwährungskonten, die sich aus Paragraf 23 Einkommensteuergesetz (EStG) ergebe. Gewinne oder Verluste aus der Veräußerung von Fremdwährungsbeträgen auf entsprechenden Konten unterliegen innerhalb einer Spekulationsfrist von einem Jahr der Einkommensteuer.

Drohender Ärger mit Finanzamt
Anders als im Bereich der Abgeltungsteuer seien Fremdwährungsgewinne aber nicht Teil des "regulären" Banken-Steuerreporting. Der Privatanleger müsse diese Gewinne auf Basis der Kontoauszüge also eigenständig ermitteln und verantworten. Bei Fehlern in der Einkommensteuererklärung drohen aber Probleme mit dem Finanzamt – in jedem Fall entstehen entsprechende Kosten in der Steuerberatung.

Das Fremdwährungsreporting biete Privatkunden daher eine detaillierte Aufarbeitung aller nach Paragraf 23 EStG (Anlage SO) zu behandelnden sogenannte "Fremdwährungssachverhalte", eine detaillierte Darlegung der steuerlich relevanten Transaktionen auf Fremdwährungskonten im Depot sowie die Ermittlung der steuerpflichtigen Einkünfte nach  Paragraf 23 EStG.

Vorteile für Vermögensverwalter
Das in seiner Form bislang einmalige digitale Reporting spart Privatkunden nach Angaben von Florian Grenzebach, Generalbevollmächtigter der V-Bank, nicht nur Zeit sondern auch bis zu 50 Prozent der Kosten für die Steuerberatung. Durch die automatisierte und voraufbereitete Informations- und Datenübertragung stiegen, so Grenzebach, auch die Qualität und damit die Rechtssicherheit bei der Einkommensteuererklärung. Auch der betreuende Vermögensverwalter profitiere davon: "In Bezug auf Fremdwährungen schränkt deren zutreffende steuerliche Beurteilung die Handlungsfreiheit des Vermögensverwalters bei der Wahl der richtigen Anlagestrategie für den Kunden nicht mehr ein." (jb)