Die Axa Versicherung muss sich mit der Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg gerichtlich auseinandersetzen. Die Verbraucherschützer haben gegen die Gesellschaft Klage eingereicht, da sie der Meinung sind, dass die Axa nicht einseitig Verträge für eine sogenannte Unfall-Kombirenten-Versicherung kündigen darf. Die Police zahlt im Versicherungsfall, wenn ein Unfall oder eine schwere Krankheit zur Invalidität des Versicherten führen, eine lebenslange monatliche Rente zwischen 500 und 3.000 Euro.

Der Versicherer mit Sitz in Köln hat Kunden bereits seit Juni 2018 angeboten, die zwischen 2006 und 2010 abgeschlossenen Verträge in eine Existenzschutzversicherung umzuwandeln (FONDS professionell ONLINE berichtete). Versicherungsnehmer, die diese Alternative nicht annehmen wollen, müssen mit einer Kündigung rechnen – nur Bezieher von laufenden Renten sind nicht betroffen. Der VZ Hamburg zufolge hat der Versicherer nun die ersten Kündigungen ausgesprochen.

Die Verbraucherschützer begründen ihren Klage-Schritt damit, dass es sich bei der Police nicht vorrangig um eine Unfallversicherung handele, da sie Komponenten einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) besitzt. Eine BU dürfe seitens des Versicherers jedoch nicht ohne besonderen Grund, beendet werden. "Daher ist eine solche Kündigung der Unfall-Kombirente aus unserer Sicht nicht möglich", heißt es in einer Mitteilung der VZ.

Axa sieht sich im Recht
Der Versicherer sieht das naturgemäß anders: "Allein das Einreichen einer Klage ist kein Beleg für die Rechtmäßigkeit der erhobenen Vorwürfe. Das beidseitige Kündigungsrecht ist vertraglich klar geregelt und gesetzlich verankert. In zwei vergleichbaren gegen Axa gerichtete Klagen vor dem Amtsgericht Hanau hat das Gericht die Klagen abgewiesen und damit unsere Rechtsauffassung vollumfänglich bestätigt", teilt die Axa auf Anfrage mit.

Zudem betont das Unternehmen, dass die alternativ angebotene Existenzschutzversicherung (ESV) eine hervorragende Lösung sei, die in wesentlichen Aspekten höhere Leistungen beinhalte als das bisherige Produkt. "Im Laufe der Aktion hat sich ein Großteil unserer Kunden für die ESV entschieden", heißt es weiter. (jb)