Der Kreml hat am Montag die seiner Ansicht nach willkürliche Verhaftung des US-amerikanischen Investors Michael Calvey als "bedauerlich" eingestuft und eine baldige Freilassung in Aussicht gestellt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach sagte Kreml-Sprecher Dmitry Peskov in einem Interview mit dem RT-Fernsehsender, dass Calvey ein vertrauenswürdiger Geschäftsmann sei. "Wir würden ihn natürlich gerne unter den (Forums-)Teilnehmern sehen", sagte Peskov.

Gemeint ist das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg, das jährlich von Präsident Wladimir Putin besucht wird und das Image des Landes als Investitionsstandort in der Welt stärken soll. Die USA gaben vergangene Woche bekannt, dass sie das Treffen boykottieren würden, um so gegen die Inhaftierung von Calvey zu protestieren.

Ein Fall von "Raiderstwo"
Der Fondsmanager war im Februar in Russland wegen Unterschlagung verhaftet und zu Hausarrest verurteilt worden. Calvey bestreitet jegliches Fehlverhalten. Für viele Beobachter ist dies ein Fall von "Raiderstwo": Diese in Russland weitverbreite Taktik hilft Unternehmern dabei, unliebsame Konkurrenten mithilfe von Polizei und Gerichten aus dem Weg zu schaffen.

Grund für die Verhaftung seien demnach vielmehr die Streitigkeiten zwischen Calvey und dem russischen Finanzier Artjom Awetisjan, die derzeit vor einem Schiedsgericht in London verhandelt werden. (fp)