Der Verkauf von Lunis Vermögensmanagement an die auf Mittelstandsfinanzierung spezialisierte Gesellschaft Youmex ist abgesagt. Letztere hatte im Januar angekündigt, die Anteile von Christopher Flowers zu übernehmen. Die Gesellschaft des US-Investors, J.C. Flowers, behält nach dem geplatzten Verkauf ihre 87,7 Prozent der Anteile an dem Vermögensverwalter. Die übrigen 12,3 Prozent hält das Management um Lunis-Gründungsvorstand Andreas Brandt.

"Nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Fristen für den Abschluss des Deals haben die Parteien von ihren jeweiligen Rücktrittsrechten Gebrauch gemacht", heißt es in einer Mitteilung. Bei den Neuverhandlungen sei innerhalb des gesetzten Zeitrahmens keine Einigung erzielt worden. Die Verhandlungspartner hätten daher das Übernahmevorhaben Anfang November beendet, heißt es weiter.

Weiter auf der Suche nach Übernahmezielen
Die Private-Equity-Gesellschaft des Milliardärs und ehemaligen Goldman-Sachs-Bankers Flowers hat es in Deutschland mit ihren Investments in die Krisen-Institute HSH Nordbank und Hypo Real Estate (HRE) zu einiger Berühmtheit gebracht. Mit Lunis nahm Flowers einen weiteren Anlauf auf den deutschen Finanzdienstleistungsmarkt. Lunis sollte sich innerhalb kurzer Zeit als treibende Kraft im Konsolidierungsprozess des stark fragmentierten Wealth-Management-Marktes etablieren, hieß es damals.

Ungeachtet der geplatzten Übernahme meldet Lunis einen bislang positiven Verlauf des Geschäfts. Von Jahresbeginn bis Ende Oktober 2019 sei es gelungen, die Kundenzahl "substanziell" zu steigern. Das Haus betreue nunmehr ein Kundenvermögen von 1,3 Milliarden Euro. "Bis Ende 2023 möchten wir die Assets under Management auf bis zu drei Milliarden Euro erhöhen", lässt sich Firmenchef Brandt in der Mitteilung zitieren. "Dies sind hohe Ziele, die wir mit unserer starken Kundenbindung, einem hohen Qualitätsniveau und auch anorganischem Wachstum anstreben." Brandt war zuvor in Deutschland Generalbevollmächtigter der Bank J. Safra Sarasin gewesen. (ert)