Vermögensverwalter-Fusionen: Das plant Serafin
Die Zeichen im Wealth Management stehen auf Konsolidierung. Einige Akteure positionieren sich dabei als Dachgesellschaften, unter die Vermögensverwalter schlüpfen können. Einer der Spieler ist Serafin, hinter dem der Erbe der Papierhersteller-Dynastie Haindl steht.
Im Bereich der unabhängigen Vermögensverwalter haben sich immer mehr Akteure positioniert, die bei einer Konsolidierung mitmischen möchten. Einer davon ist Serafin Wealth Management. Hinter dem Unternehmen steht Philipp Haindl, der Erbe der Papierhersteller-Dynastie Haindl. Zu der Firmengruppe gehört auch das Investmenthaus Serafin Asset Management. Die Münchner gesellen sich damit zu Spielern wie Cinerius Financial Partners, HRK Lunis oder Amauris Invest sowie Athelios Vermögensatelier von Mischfondsmanager Luca Pesarini.
"Der Markt der Vermögensverwalter ist aktuell stark fragmentiert", erläutert Christoph Auer, bei der Serafin-Gruppe für Beteiligungen zuständig, die Gründe, die für eine Konsolidierung sprechen. "Die regionale Fragmentierung ist durchaus berechtigt. Diese entspringt der lokalen Nähe und den engen Beziehungen zu den Kunden." Die Frage ist jedoch, ob sich so eine Zersplitterung des Marktes in die Zukunft fortschreiben lässt.
Investitionen erforderlich
Denn die wachsenden regulatorischen Anforderungen erfordern es, dass Vermögensverwalter ihre Prozesse digitaler aufstellen. "Um eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Größe zu erlangen, müssen zudem neuen Kunden gewonnen werden", so Auer. "Beides erfordert Investitionen." Am Ende stehe die Entwicklung zu einem hybriden Modell, das persönliche Betreuung und digitale Prozesse verbinde. "Es geht darum, den Kunden in Zukunft den Zugang zu bieten, den er präferiert."
Zudem stehen einige Vermögensverwalter vor der Frage, wie sie ihre Nachfolge regeln sollen. "Diese Fragestellung ist sicherlich nicht neu", räumt Auer ein. "Angesichts der gestiegenen Komplexität des Geschäfts scheint mir nun jedoch ein Grenzbereich erreicht, in dem sich die Nachfolgefrage immer dringlicher stellt." Viele Vermögensverwalter seien sich der Nachfolgeproblematik durchaus bewusst.
Bestandswahrung statt Neukundengewinnung
"Manche, insbesondere kleinere Vermögensverwalter, haben den Fokus nicht auf aktive Neukundengewinnung", meint der Serafin-Manager aber. "Und selbst bei den Bestandskunden ist ihnen klar, dass nach und nach die Gelder abfließen – einfach, weil sich bei den Kunden ein Generationswechsel vollzieht." Für manche Vermögensverwalter stelle sich die Bestandswahrung angesichts der Komplexität, die durch die vielen Herausforderungen und Volatilität der Märkte entsteht, kostengünstiger dar als Investitionen in die Neukundengewinnung, so Auer.
Welche weiteren Akteure bei der Konsolidierung mitmischen, lesen Sie in Heft 3/2025 von FONDS professionell. Angemeldete Nutzer finden den Artikel auch hier im E-Magazin.
Diese Faktoren sprechen für eine Konsolidierung. Hier will sich Serafin nun als Partner für Vermögensverwalter positionieren. "Wir verfügen über die Kompetenz, Prozesse zu orchestrieren", sagt Auer. "Wir können Expertenwissen zu Digitalisierung, Prozessoptimierung, Marketing oder Regulierung einbringen." Mit Serafin Wealth stehe Philipp Haindl aus eigener Erfahrung dafür, Vermögen zu erhalten und zu mehren – über Generationen hinweg. "Uns geht es zudem um eine gemeinsame Vorstellung der Vermögensverwaltung der Zukunft", formuliert es Auer.
"Regelrechte Hochkonjunktur"
Das Team habe im vergangenen Jahr viele Gespräche mit interessierten Vermögensverwaltern geführt. Auer spricht von einer "regelrechten Hochkonjunktur". Mit den positiven Börsenjahren bis 2024 hätten einige die Gelegenheit gesehen, den Erfolg der vergangenen Jahre zu nutzen und ihr Geschäft zu einem attraktiven Zeitpunkt zu veräußern. Eine Transaktion ist bislang jedoch noch nicht zustande gekommen.
"Bei einigen Preisvorstellungen wollten wir nicht mithalten", verrät Auer. "Da verfügen insbesondere die Akteure mit Private-Equity-Hintergrund über einen anderen Spielraum. Das ist in dieser Industrie nicht unser Ansatz." Auf Basis der zahlreichen Gespräche sei das Team zudem zu dem Schluss gekommen, dass es nicht einen einheitlichen Vermögensverwalter anstrebe, sondern ein partnerschaftliches Modell. "In dem schließen sich mehrere Gleichgesinnte zusammen", erläutert Auer. Serafin stehe als Mehrheitseigentümer und Partner unterstützend dahinter. (ert)













