Die unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland haben trotz des verschärften regulatorischen Umfelds und wachsender Konkurrenz durch Banken und Robo-Berater ihre Provisionseinnahmen steigern können. Dies zeigt eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft App Audit. Diese sichtete die Jahresabschlüsse der Firmen, die Mitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV) sind und die ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2015 veröffentlichten. So blieben 180 Unternehmen – vom Ein-Mann-Vertrieb bis zum Großverwalter mit Fondsmanagement.

Den Bilanzprüfern viel dabei aber auch auf, dass die großen Akteure eine überdurchschnittlich positive Entwicklung verbuchen konnten. So entfielen auf die zehn größten Vermögensverwalter zwei Drittel der Provisionserträge.

Abstand wird größer
"Der Abstand zu den übrigen Vermögensverwaltern wurde in den letzten Jahren stetig größer", merken die Studienautoren an. "Möglicherweise ist dies ein Indiz, dass die seit Jahren beschworene, aber bisher noch nicht in nennenswertem Umfang eingetretene Marktkonsolidierung unter den Unternehmen demnächst ansteht."

Beobachter rechnen damit, dass sich kleinere Häuser zu schlagkräftigeren, größeren Einheiten zusammenschließen. Zudem dürfte altersbedingt zahlreiche Verwalter ihre Bestände abgeben. (Lesen Sie auch den Artikel "Schwierige Übergabe" im Heft 2/2017 von FONDS professionell oder für angemeldete Nutzer hier im E-Magazin).

Drei an der Spitze
Bislang ist der Markt aber noch stark zersplittert. Dies spiegelt sich auch in den Bilanzen wider. Die Wirtschaftsprüfer von App Audit beobachteten, dass sogar innerhalb der Top-10 das Feld weit gestreut ist. Die drei Spitzenanbieter Flossbach von Storch (FvS), PEH und Dr. Jens Erhardt (DJE) setzen sich mit großem Abstand von dem Rest des Marktes ab. Beim Gewinn hängte das Kölner Duo FvS jedoch das gesamte Feld mit 106 Millionen Euro ab. Danach folgt – mit großem Abastand – DJE Kapital mit rund 33 Millionen Euro.

Mit Blick auf die Kosten beobachteten die Experten ebenfalls eine breite Streuung. Das Verhältnis von Aufwendungen zu Provisionseinnahmen (Cost-Income-Ratio) rangiert bei der Hälfte der Anbieter zwischen 50 und 90 Prozent. Von einem Euro Umsatz bleiben also zwischen 10 und 49 Cent Gewinn übrig. Auch bei den Top-10-Adressen ist die Bandbreite groß. Flossbach von Storch, DJE, PEH sowie Sauren, Acatis und Starcapital bleiben unter der Schwelle von 30 Prozent. Bei den Häusern Hartz, Regehr & Partner, Auretas Family Trust sowie Grüner Fisher und Aramea Asset Management rangiert die Quote dagegen von 40 bis über 70 Prozent. (ert)