Das Schweizer Bankhaus Julius Bär wird einem Urteil des Obergerichts Zürich folgen und eine Rückstellung in Höhe von 153 Millionen Franken (140 Millionen Euro) bilden. Dies berichtet das Online-Portal finews.ch. In dem entschiedenen Fall geht es um auf unerklärliche Weise verschwundene Vermögen von ehemaligen DDR-Konten bei der Bank Cantrade. Julius Bär hatte das Institut 2005 im Zusammenhang mit dem Kauf der Bank Ehinger & Armand von Ernst von der UBS mit übernommen.

Die Bundesrepublik Deutschland fordert über die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BVS) –  der Rechtsnachfolgerin der Treuhandanstalt – die nach dem Mauerfall verschwundene Gesamtsumme von 97 Millionen Franken (88 Millionen Euro) zurück, zuzüglich der seit 1994 aufgelaufenen Zinsen. In Anspruch nehmen will die BVS dabei das Bankhaus Julius Bär als Nachfolgerin von Cantrade. Das Zürcher Obergericht hatte die Klage gegen das Institut im Frühjahr 2018 jedoch zurückgewiesen, wie finews.ch schreibt. 

Alle seit 1990 geflossenen Beträge ersetzen
Eine vor beim Bundesgericht in Lausanne eingelegte Beschwerde hatte dann aber Erfolg. Die oberste Schweizer Rechtsinstanz urteilte im Februar dieses Jahres: Verantwortliche bei Cantrade hätten elementare Sorgfaltspflichten verletzt und ohne Nachfragen verdächtige Überweisungen und Zahlungen ausgeführt, berichtet finews.ch. Julius Bär müsse alle Beträge ersetzen, die seit 1990 geflossen seien.

Daraufhin musste das Zürcher Obergericht seine frühere Entscheidung zurücknehmen und die Klage bestätigen. Julius Bär will finews.ch zufolge das Urteil beim Bundesgericht anfechten. Zudem plane die Bank, die Summe von der UBS gemäß den Bestimmungen der Transaktionsvereinbarung beim Kauf von Cantrade zurückzufordern. (am)