Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi setzt sich in den Tarifverhandlungen für die rund 170.000 Beschäftigten im Innendienst der privaten Versicherungswirtschaft für eine Gehaltssteigerung um sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ein. Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) beginnen am Donnerstag (19. September) in Wuppertal.

"Um zukunftsfähig zu werden, müssen die Unternehmen der Branche nicht nur in neue IT-Infrastruktur, sondern in ihre Beschäftigten investieren", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Martina Grundler laut einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. "Es ist an der Zeit, die Kluft zwischen der Nettoeinkommensentwicklung der Beschäftigten und den kräftigen Gewinnen der Unternehmen zu stoppen." Von den Beschäftigten würden immer höhere Leistungen und die Anpassung an die digitalisierungsbedingten Veränderungsprozesse der Branche gefordert. "Arbeitsverdichtung und Arbeitsdruck nehmen zu. Diese Leistung verdient eine angemessene Bezahlung", so Grundler.

"Mehr Selbstbestimmung und Zeitsouveränität"
Neben der Gehaltserhöhung möchte Verdi durchsetzen, dass die Beschäftigten künftige Tariferhöhungen in freie Tage umwandeln können. "Gute Arbeit im digitalen Zeitalter entsteht nur, wenn die Flexibilität – vor allem der Arbeitszeiten – beiden Seiten dient und neue Arbeitsformen auch für die Beschäftigten mehr Selbstbestimmung und Zeitsouveränität bringen", so die Gewerkschafterin. (bm)