Der Münchner Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz stellt seinen Vertrieb neu auf. Vertriebschef Eduardo Mollo Cunha verlasse das Unternehmen, heißt es in einer am Donnerstag (27.2.) veröffentlichten Pressemitteilung. "Die Steuerung des Vertriebs wird künftig aus der Geschäftsführung heraus erfolgen, wo wir bereits mit geeigneten Kandidaten im Gespräch sind", lässt sich Georg von Wallwitz, der Geschäftsführer des Unternehmens, in der Mitteilung zitieren. Als Ansprechpartner stünden den Kunden aktuell die beiden Senior Relationship Manager Steffen Berndt und Kai Schmidt zur Verfügung.

Cunha ist eigenen Angaben zufolge bereits seit 7. Februar freigestellt. "Im Januar hatte mich die Geschäftsführung um eine Änderung meines Arbeitsvertrags gebeten. Mit den neuen Konditionen hätte ich mich deutlich schlechter gestellt, deshalb konnte ich dieser Anpassung nicht zustimmen", sagte Cunha auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. "Daraufhin habe ich eine Kündigung zu Ende Juni erhalten. Laut Beurteilung meines Anwaltes ist diese Kündigung unrechtmäßig." Eyb & Wallwitz wollte zu diesem Punkt keine Stellung nehmen.

Von 150 Millionen auf 1,8 Milliarden Euro
Cunha hatte Eyb & Wallwitz in einer Phase des rasanten Wachstums begleitet. Als er im April 2010 zum Unternehmen stieß, lag das verwaltete Vermögen bei 150 Millionen Euro, mittlerweile sind es rund 1,8 Milliarden Euro. Zuletzt zeigte die Kurve besonders steil nach oben: Allein seit dem Sommer 2017 hat sich das betreute Vermögen verdoppelt. Gut eine Milliarde Euro entfällt auf den Mischfonds Phaidros Balanced, der seit Jahren konstant im besten Viertel seiner Vergleichsgruppe liegt.

"Herr Cunha hat in den vergangenen knapp zehn Jahren mit großem Einsatz viel für den Erfolg von Eyb & Wallwitz geleistet, dafür danken wir ihm", lässt sich von Wallwitz in der Pressemitteilung zitieren. Im Jahr 2017 war Cunha in den Gesellschafterkreis aufgenommen worden. Laut Handelsregister ist er mit einem Prozent am Unternehmen beteiligt. Diesen Anteil werde Cunha mit seinem Weggang zurückgeben, teilte der Vermögensverwalter auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit. Cunha sagte gegenüber der Redaktion, noch sei offen, zu welchen Konditionen die Anteilsübertragung erfolgen werde.

"Wer unsere Kundenbetreuung macht, ist (…) sicherlich weniger wichtig"
Vor dem Versand der Pressemitteilung am Donnerstag waren Kunden von Eyb & Wallwitz offensichtlich noch nicht in der Breite über Cunhas Ablösung informiert gewesen. "Eine Anzahl von Investoren hat die Information bereits", teilte das Unternehmen gut eine Stunde vor Versand der Pressemitteilung auf Anfrage der Redaktion mit. "Allerdings handelt es sich bei Herrn Cunha lediglich um den Leiter des institutionellen Vertriebs und nicht um einen Manager von Publikumsfonds oder einen Geschäftsführer. Die Nachricht von seinem Ausscheiden ist daher von nachgeordneter Relevanz."

Es ändere sich weder etwas im Portfoliomanagement noch am Investmentprozess, so der Vermögensverwalter. "Das sind die für unsere Anleger entscheidenden Fragen. Wer unsere Kundenbetreuung macht, ist (…) sicherlich weniger wichtig", heißt es in der Stellungnahme weiter. (bm)