Der Gerichtsprozess um den ehemaligen Vorstandschef der Sparda-Bank Münster geht in eine neue Runde. Der Ex-Bankmanager lässt juristisch prüfen, ob die Justiz 200.000 Euro von ihm einziehen darf. Am 28. Oktober hatte das Landgericht Münster ihn zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Zusätzlich hatte das Gericht angeordnet, Vermögen abzuschöpfen, wie es das Strafrecht vorsieht. Mit der Strafe war das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft geblieben, die auf drei Jahre und drei Monate Haft plädiert hatte. Die Haftstrafe und die Sozialstunden sind nicht Gegenstand der Revision. Es geht lediglich um die sogenannte Einziehung.

Der Ex-Sparda-Bank-Chef hatte jahrelang Unternehmensgelder veruntreut. In 141 Fällen hatte er laut Urteil private Feiern, Essen und Konzertbesuche als Spesen abgerechnet. Einen Teil der Vorwürfe hatte er im Laufe des Prozesses auch eingeräumt. Insgesamt beläuft sich der Schaden der Sparda-Bank Münster auf rund 460.000 Euro. Der Betrug war nach einer Routine-Prüfung des Aufsichtsrats im Jahr 2015 aufgeflogen, woraufhin das Kreditinstitut den Vorstandsvorsitzenden fristlos entließ. Zuvor war er 20 Jahre lang Teil des Vorstands der Sparda-Bank Münster gewesen. Seit 1998 hatte er das Gremium geleitet. (fp)