Im ersten Cum-Ex-Strafprozess am Landgericht Bonn könnte früher ein Urteil fallen, als gedacht. Eigentlich hieß es, das Verfahren solle noch bis Ostern laufen, doch angesichts des grassierenden Corona-Virus beschleunigt das Gericht nun das Verfahren: Statt weiter wochenlang zu verhandeln, wollen die Richter voraussichtlich noch in dieser Woche die Beweisaufnahme schließen und die Plädoyers anhören, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Am heutigen Dienstag (17. März) soll die Staatsanwaltschaft sprechen, am Mittwoch dann würden die Angeklagten und deren Verteidiger plädieren. Bis zum Ende der Woche soll ein Urteil fallen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten – zwei britischen Aktienhändlern – Steuerhinterziehung in 33 Fällen vor. Insgesamt sollen dem Staat Einnahmen von mehr als 400 Millionen entgangen sein.

Separates Verfahren für Nebenbeteiligte
Als Nebenbeteiligte müssen sich fünf Kapitalanlagegesellschaften vor Gericht verantworten. Diese mussten bislang damit rechnen, die hinterzogenen Steuern zurückzuzahlen.

Die Rückzahlungen könnte nun aber noch auf sich warten lassen. Um den Prozess zu beschleunigen, hat das Gericht beschlossen, über vier der fünf Finanzinstitute in einem separaten Verfahren zu urteilen. Im aktuellen Gerichtsprozess muss demnach nur noch die Warburg-Gruppe mit einer Einziehung von Vermögen rechnen. (fp)