Der Aufsichtsrat der Volksbank Brawo hat Vorstandschef Jürgen Brinkmann mit sofortiger Wirkung freigestellt. Zudem will das Institut unter den Rettungsschirm der deutschen Genossenschaftsbanken schlüpfen. 

Grund für die Trennung von Brinkmann "sind unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung der Unternehmensgruppe", hieß es in einer Mitteilung am Dienstag (5.5.). 

Antrag auf Unterstützung geplant
Der Vorstand plant darüber hinaus, dem Aufsichtsrat vorzuschlagen, vorsorglich bei der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) einen Antrag auf Deckungsmaßnahmen zu stellen.

Zwar erfülle die Bank die harten Kapital- und Liquiditätsanforderungen. Der Vorstand halte den Antrag jedoch für hilfreich, um die Neuausrichtung der Gruppe zu erleichtern, hieß es weiter. Es bestehe grundsätzliche Einigkeit mit der Sicherungseinrichtung über die erforderlichen Maßnahmen.

Die Brawo-Gruppe ist eine komplexe Struktur mit insgesamt 404 Tochter- und Enkelgesellschaften, wie aus der Webseite hervorgeht. Neben dem klassischen Bankgeschäft gehören Immobilien, Projektsteuerung, Private Banking und Energieprojekte zum Geschäft.

Neue Führung übernimmt
Bei der Volksbank Brawo übernimmt vorerst Lars Berkefeld als Vorstandssprecher die Führung, unterstützt von Carsten Ueberschär als Vorstand.

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir als Volksbank Brawo die aus Wertberichtigungen resultierenden Risiken aus eigener Kraft abbauen können", sagte Berkefeld. "Als Vorstand haben wir uns in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat und der Sicherungseinrichtung des BVR aber dazu entschieden, entschlossen zu handeln." Die bisherige Geschäftsstrategie der Brawo-Gruppe solle einer kritischen Prüfung unterzogen werden. (mb/Bloomberg)