Bayerns Volks- und Raiffeisenbanken haben sich bei der Finanzaufsicht Bafin über N26 beschwert. Die genossenschaftlich organisierten Institute monieren in einem Schreiben an die Behörde, dass die Smartphone-Bank immer noch nicht ihre Strukturen und Sicherheitsstandards zum Kundenschutz verbesserten habe. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ), der der entsprechende Brief des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) vorliegt. "Es liegt ein erhebliches Verbraucherschutzproblem vor, eine große Zahl von Kundinnen und Kunden ist betroffen", zitiert die SZ aus dem Brief Jürgen Gros, Präsident des GVB.

N26 steht seit längerer Zeit wegen laxer Kontrollen gegen Finanzkriminalität in der öffentlichen Kritik. Auch die Bafin hat die Neobank im Visier, im Mai schickte sie sogar einen Sonderbeauftragten zur Geldwäscheprävention ins Haus. Zudem hat sie gedroht, strenge Auflagen zu machen. Vor wenigen Wochen wurde zudem bekannt, dass N26 im Sommer ein von der Bafin verhängtes Bußgeld über 4,25 Millionen Euro wegen verspätet abgegebener Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zahlte. 

Gesamtschaden in Millionenhöhe
N26 gelobte mehrfach Besserung, doch die Angaben des GVB zeichnen ein anderes Bild. Die Mitgliederbanken hätten laut SZ seit Jahresbeginn mehr als 400 Betrugsdelikte gemeldet, denen eines gemein war: Die mutmaßlichen Kriminellen hätten ein Konto bei N26 genutzt, um Geld von Kunden der V+R-Banken zu erbeuten. Die Spanne reiche hinauf bis zu Beträgen von 130.000 Euro, der Gesamtschaden gehe in die Millionen. "Das oben geschilderte Ausmaß dürfte bundeswert betrachtet und andere Bankengruppen einbezogen um ein Vielfaches höher ausfallen", schreibt Gros laut der SZ.

Hinzu komme ein anderes Problem: Bei einem Betrugsfall gebe es Schutzmechanismen, um die Gelder zu schützen. Der GVB bemängelt aber laut der SZ, dass es genau daran bei N26 hapere: Etwa zwei Drittel der befragten Kreditgenossenschaften meldeten, die entsprechenden Stellen bei N26 seien entweder nicht erreichbar gewesen oder hätten zu spät reagiert, um entsprechende Zahlungen rasch rückgängig machen zu können. "Das hat zur Folge, dass mehr als 75 Prozent der Fälle ungelöst bleiben", zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. (jb)