Die Kurseinbrüche bei Aktien wie bei Anleihen belasten nahezu alle großen Fondsgesellschaften in Europa. Die Wertminderungen der Portfolios ließen das verwaltete Vermögen zusammenschrumpfen. Dementsprechend sanken auch die Gebühreneinnahmen der Asset Manager. Das hat Folgen für die Mitarbeiter. Portfoliomanager, Analysten und andere Investmentprofis müssen sich auf geringere Prämien einstellen.

"Die Stimmung hat sich in Bezug auf Gehälter und Boni nicht wesentlich verbessert", sagte Tim Wright, Vergütungsexperte der Personalberatung Korn Ferry, dem Branchendienst "Financial News". "Im Großen und Ganzen werden die Boni bei den meisten Unternehmen wahrscheinlich niedriger ausfallen als im letzten Jahr." Der Branchenkenner rechnet damit, dass die Prämienzahlungen in der Branche für 2022 um zehn bis 20 Prozent unter denen des Vorjahres liegen dürften.

Ausgleich für Inflation
Die Ratinggesellschaft Moody's hatte in einer Analyse festgestellt, dass das verwaltete Vermögen von 20 in Europa aktiven Asset Managern allein in der ersten Jahreshälfte um zehn Prozent gesunken ist. Das schmälert die Einnahmen aus den meist volumenabhängigen Gebühren – und drückt auf die Konzerngewinne. Der Branchenprimus Blackrock etwa meldete einen Rückgang des verwalteten Vermögens von mehr als zehn Billionen US-Dollar zum Jahreswechsel auf zuletzt weniger als acht Billionen Dollar.

Angesichts der hohen Inflation rechnet Vergütungsexperte Wright jedoch damit, dass die Fixgehälter stärker steigen könnten. Bislang lagen hier die Erhöhungen bei rund drei Prozent. Nun könnte es eher gegen fünf Prozent gehen. Die Asset Manager wollen damit vor allem den weniger gut bezahlten und den jüngeren Mitarbeitern unter die Arme greifen, die besonders unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten leiden. (ert)