Das Züricher Finanzinstitut Vontobel übernimmt die restlichen 40 Prozent der Londoner Investmentboutique Twentyfour Asset Management. Die Schweizer hatten im Jahr 2015 eine Beteiligung in Höhe von 60 Prozent erworben. Ursprünglich sollte die Übernahme der restlichen 40 Prozent in zwei Tranche per 2021 und 2023 erfolgen. Die Parteien hätten sich jedoch darauf geeinigt, die Übernahme nun in einem Zug zu vollenden, heißt es in einer Mitteilung.

Die Boutique solle ihre operative Unabhängigkeit behalten und die Kunden weiterhin von London und New York aus sowie über das Netzwerk von Vontobel betreuen. Alle Partner von Twentyfour seien seit dem Einstieg der Schweizer nach wie vor am Tagesgeschäft beteiligt, betont die Bank in der Mitteilung. Seit 2015 sei zudem das von Twentyfour verwaltete Vermögen von 6,4 auf 24,2 Milliarden Schweizer Franken gestiegen (rund 22 Mrd. Euro).

"Ein echter Global Player"
Über den Kaufpreis schweigen sich beide Seiten aus. Ein Teil des Kaufpreises werde in Form von Vontobel-Aktien fließen, heißt es lediglich in der Mitteilung. Die Schweizer wollen die Übernahme vollständig aus eigenen Mitteln stemmen und keine Schulden aufnehmen. Twentyfour wurde 2008 von mehreren Partnern gegründet und beschäftigt heute rund 75 Mitarbeiter. Das Team hat sich auf Anleihestrategien spezialisiert.

"Wir waren von Anfang an beeindruckt von der Kompetenz und der unternehmerischen Kultur von Twentyfour, ebenso vom stetigen Wachstum", sagt Zeno Staub, Vorstandschef von Vontobel. "Die Übernahme der restlichen 40 Prozent ist somit der nächste logische Schritt im Rahmen unserer Diversifikations- und Wachstumsstrategie." Twentyfour-Chef Mark Holman ergänzt: "Ein konkreter Vorteil unserer Partnerschaft zeigt sich darin, dass unsere Anlageexpertise einem weitaus breiteren Publikum zugänglich gemacht wird. Wie sind heute kein Binnenakteur mehr, sondern ein echter Global Player." Dabei habe sich sein Haus jedoch die Unabhängigkeit und den unternehmerischen Geist einer Boutique bewahrt. (ert)