Die Finanzkrise ist juristisch längst noch nicht abgearbeitet. Das US-Justizministerium hat nun eine Zivilklage gegen die UBS eingereicht, nachdem das Geldinstitut zuvor eine Vergleichszahlung über fast zwei Milliarden Dollar zur Beilegung des Rechtsstreits abgelehnt hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft der Schweizer Großbank systematischen Betrug beim Verkauf von durch Wohnimmobilien besicherten Wertpapieren vor. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum von 2006 bis 2007. Die Bank weist die Vorwürfe der US-Regierung zurück. 

Auch in Europa wird es für die UBS brenzlig. In Frankreich fordert die Staatsanwaltschaft zurzeit eine Geldstrafe von 3,7 Milliarden Euro wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Die Bank soll bewusst Konten für Kunden gehalten und verwaltet haben, die Steuern hinterziehen wollten, zitiert das "Handelsblatt“ Staatsanwalt Serge Roque. Auch diese Anschuldigungen weist die UBS vehement und vollumfänglich zurück. 

Bußgelder in Milliardenhöhe sind keine Seltenheit
Die UBS ist nicht die einzige Bank, die nach der Finanzkrise von Justizbehörden kräftig zur Kasse gebeten wurde. Erst im Mai zahlte die Royal Bank of Scotland rund 4,9 Milliarden US-Dollar an US-Strafverfolger. Das Geld wurde für einen Vergleich fällig, den die britische Bank im Zusammenhang mit faulen Kreditderivaten zahlen musste.

Satte 243 Milliarden US-Dollar mussten Banken rund um den Globus seitdem an Bußgeldern berappen, zeigt ein Bericht von Keefe, Bruyette & Woods. Den Großteil des Geldes mussten die Institute für irreführende Angaben zur Qualität jener Hypotheken zahlen, die sie während der Immobilienblase in Anleihen verpackt hatten. Rund 90 Prozent aller Strafen gehen auf das Konto von gerade einmal 13 Banken. (fp)