VV-Marktplatz für Sparkassen stockt Strategie-Angebot auf
Der Sparkassen-Marktplatz für Vermögensverwaltungen läuft im Testbetrieb – und soll ausgebaut werden. Neben Multi-Asset-Ansätzen planen die Betreiber, auch Strategien zu Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen auf die Plattform zu holen. Sie folgen damit einem Wunsch der Institute.
Der von der DWP-Bank sowie den Softwarehäusern Investify Tech und Dericon entwickelte Marktplatz für Vermögensverwaltungen soll um weitere Strategiegeber ergänzt werden. Zudem sollen Anlageklassen jenseits des Multi-Asset-Bereichs ins Angebot aufgenommen werden, also etwa Aktien- oder Anleihenstrategien bis hin zu Kryptowährungen. Dies sagte Frank Herrmann, Leiter Private Banking bei der Softwareschmiede Dericon, im Gespräch mit FONDS professionell.
"Wir werden das Konzept schnell auf breitere Schultern stellen", so Herrmann. "Die Sparkassen werden eine Auswahl an Strategiegebern mit sehr unterschiedlichen Alleinstellungsmerkmalen zur Verfügung haben." Als Startpartner für das Projekt steuerten DJE Kapital, Allianz Global Investors sowie die Berenberg Bank Vermögensverwaltungsstrategien bei. Später kamen die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch hinzu.
Offene Plattform
Mit dem VV-Marktplatz sollen Sparkassen ihren wohlhabenden Kunden Angebote unterbreiten können, die von Partnern außerhalb des öffentlich-rechtlichen Verbunds stammen. Bislang waren die Institute hier auf verbundeigene Dienstleister wie die Deka oder die Frankfurter Bankgesellschaft angewiesen, sofern sie über kein hauseigenes Angebot verfügen. Das Projekt hat im März den Testbetrieb aufgenommen.
An welchen Plänen Dericon, DWP-Bank und Investify Tech im Detail tüfteln und wie sich der offene Marktplatz für Vermögensverwaltungen in den Plattform-Trend bei Banken einfügt, lesen Sie in der neuen Ausgabe 2/2026 von FONDS professionell ab Seite 392. Nach Anmeldung können Sie den Text auch hier im E-Magazin abrufen.
Die ersten beiden Sparkassen arbeiten daran, die Beraterinnen und Berater zu schulen und den Marktplatz für die Kunden freizuschalten. "Eine der beiden Pilot-Sparkassen wird zunächst nur mit einem der fünf Strategiegeber starten, das Angebot aber vielleicht perspektivisch ausbauen", berichtet Herrmann. "Die andere Sparkasse startet mit allen fünf und hat sich darüber hinaus noch weitere Strategiegeber gewünscht, die wir jetzt zeitnah onboarden werden."
Zehn Sparkassen zum Jahresende
Um welche Sparkassen es sich handelt, darf der Dericon-Manager nicht verraten. Er kündigt aber an: "Zum Ende dieses Jahres nutzen voraussichtlich gut zehn Sparkassen den Marktplatz." Dericon hat mit seinem Partner, der NordLB, bereits das System BIS.on WMS entwickelt. Die Plattform stellt den Sparkassen einen deutlich erleichterten Vertrieb von Fonds in Aussicht, die von Anbietern außerhalb des öffentlich-rechtlichen Lagers stammen und nicht zu den ausgewählten Partnern der Deka zählen.
Akteure aus dem öffentlich-rechtlichen Sektor planen offenbar eine Antwort auf den VV-Marktplatz, wie der Branchendienst "Finanz-Szene" berichtet. So ist die Frankfurter Bankgesellschaft eine Partnerschaft mit einer Tochter der Finanz Informatik eingegangen, dem zentralen IT-Haus der Sparkassen. Ziel sei es, neue Lösungen für die Vermögensverwaltung und das Private Banking der Sparkassen gemeinsam zu entwickeln, teilte das Haus mit. (ert)















