Die Volkswagen Bank zieht die Notbremse: Die Finanzierungstochter des Wolfsburger Autoriesen bietet Neukunden keine Tagesgeldkonten, Sparbriefe oder Sparangebote für deren Kinder mehr an. "Das hat geschäftspolitische und wettbewerbspolitische Gründe und ist eine im Markt nicht unübliche Entscheidung, die der aktuellen Zinslandschaft geschuldet ist", zitiert das "Hamburger Abendblatt" einen Sprecher des Instituts. Bestandskunden stehen die genannten Produkte weiterhin offen.

Der Grund für diesen radikalen Schritt ist der Zeitung zufolge, dass das Institut offenbar mit neuen Kundengeldern überschwemmt wurde – nachdem viele andere Banken bei Überschreiten von Schwellenbeträgen wie 50.000 oder 100.000 Euro Negativzinsen eingeführt hatten, weil sie selbst auf bei der Europäischen Zentralbank geparkte überschüssige Liquidität 0,5 Prozent zahlen müssen. Der Zinssatz auf dem Tagesgeldkonto der VW-Bank liege zwar nur bei 0,01 Prozent, Anleger konnten bei ihr mit einer umfassenden Einlagensicherung aber unbegrenzt und ohne Strafzinsen Geld parken.

Relikt aus Der Vergangenheit: Das Sparbuch
Die VW-Bank ahmt indes nur nach, was die Targobank vor kurzem vormachte: Sie strich Sparbücher und Tagesgeldkonten ganz aus ihrem Sortiment – und das sogar für Bestandskunden. Nur bestehende Sparkonten werden weitergeführt. Bei der ING wiederum kann das Tagesgeldkonto nur noch in Verbindung mit einem Girokonto eröffnet werden. Außerdem werden ab 50.000 Euro Guthaben "Verwahrentgelte" erhoben. Die Regelung gilt sowohl für Bestands- als auch für Neukunden. Die Commerzbank wiederum verlangt selbst für Guthaben auf dem Sparkonto Verwahrentgelte. (jb/ps)