Die Investmentbanken JP Morgan, Goldman Sachs und Bank of America haben ihre Bonuspools für Banker und Händler um mindestens zehn Prozent erhöht. Die Institute profitierten von einem außergewöhnlich starken Jahr bei Transaktionen und Marktaktivitäten.

Führungskräfte begannen in den vergangenen Wochen damit, die Vergütungsentscheidungen an das mittlere Management weiterzugeben, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Die von Insidern genannten Durchschnittswerte spiegeln weder die höchsten Prämien für besonders erfolgreiche Mitarbeiter wider noch die Enttäuschung derer, die als leistungsschwach eingestuft wurden.

Rekordjahr für Handel und Transaktionsgeschäft
Die Auszahlungen unterstreichen ein starkes Jahr für die größten US-Banken, die zusammen ihren höchsten Jahresgewinn seit 2021 erzielten. Volatilität im Zuge von Trumps wirtschaftspolitischen Ankündigungen ebnete den Weg für ein Rekordjahr für Händler – insbesondere im Aktiengeschäft. Zugleich kehrte die Risikobereitschaft im Transaktionsgeschäft zurück, nachdem es in der ersten Hälfte 2025 zu einer zollbedingten Flaute gekommen war.

Der kombinierte Umsatz der Investmentbanking-Geschäfte der drei Institute belief sich im vergangenen Jahr auf 25,7 Milliarden Dollar – ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Handelserträge erreichten 87,7 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 16 Prozent entspricht.

Banken achten stärker auf Kosten und Vergütungsstrukturen
Zugleich richten die Institute ihren Fokus auf das Kostenmanagement, da künstliche Intelligenz Effizienzgewinne ermöglicht und damit eine stärkere Überprüfung von Personal- und Vergütungsstrukturen einhergeht. In Europa zahlt die HSBC einigen Bankern nur geringe oder gar keine Boni, da das britische Institut versucht, seine Wall-Street-Rivalen mit einer härteren "Eat-what-you-kill"-Haltung nachzuahmen. Vertreter von Bank of America, Goldman Sachs und JP Morgan lehnten eine Stellungnahme ab.

Die Jahresendprämien an der Wall Street sind notorisch volatil, da die Branche Konjunkturzyklen mit Auf- und Abschwüngen durchläuft. In guten Zeiten können individuelle Sonderzahlungen in die Millionen Dollar gehen – deutlich mehr, als Banker und Händler über ihre Gehälter erzielen.

Kräftigen Bonussteigerungen prognostiziert
Vergütungsberater hatten seit Monaten prognostiziert, dass Investmentbanker, Händler und Vermögensverwalter in dieser Runde mit kräftigen Bonussteigerungen rechnen können. Investmentbanker sollten demnach Zuwächse von zehn bis 15 Prozent bei ihren leistungsabhängigen Vergütungen sehen, heißt es in einem Bericht des Vergütungsberaters Johnson Associates aus dem November.

Bereits vor einem Jahr waren die Boni an der Wall Street auf breiter Front gestiegen. Der gesamte Bonuspool erhöhte sich auf den Rekordwert von 47,5 Milliarden Dollar, da die Gewinne der Branche kräftig zulegten, wie Schätzungen des New Yorker Rechnungsprüfers Thomas DiNapoli zeigen. Der durchschnittliche Jahresbonus stieg um fast ein Drittel auf 244.700 Dollar – der erste nennenswerte Anstieg seit der Corona-Pandemie. (mb/Bloomberg)