Bereits seit geraumer Zeit gab es Gerüchte über eine mögliche Fusion zwischen der Walser Privatbank und der Alpen Bank. Nun ist klar, dass die Walser Privatbank ihr Geschäft künftig in eine auf das Tal fokussierte Raiffeisenbank und eine Bank für das Vermögensmanagement aufsplitten wird. Letztere wird vorbehaltlich der aufsichtsrechtlichen Genehmigung mit der Tiroler Alpen Bank zusammengehen. Bisher hatte die Walser Privatbank zwei Geschäftsbereiche – das "typische“ Raiffeisengeschäft mit heimischen Privat- und Firmenkunden und das Geschäft mit deutschen Privatanlegern. Künftig wird der gesamte Bereich des Private Bankings, einschließlich der deutschen Standorte in Düsseldorf und Stuttgart, sowie der Investmentfondsbereich somit von der Alpen Bank fortgeführt werden.

Geplanter Zusammenschluss bis Ende 2021
Hintergrund für die Entscheidung ist laut Florian Widmer, Vorstandsvorsitzender der Walser Privatbank, die Tatsache, dass die anhaltende Negativzinsperiode zum Wegfall wesentlicher Ertragskomponenten geführt hat, während die Komplexität aufgrund zunehmender aufsichtsrechtlicher Anforderungen mit Personalaufstockungen und höheren Kosten verbunden sei. "Gemeinsam wollen wir noch wirksamer werden, indem wir die Vorzüge und Stärken beider Häuser im Sinne unserer Kunden vereinen. Wir hoffen, den Zusammenschluss bis Ende 2021 vollziehen zu können", so Widmer. Den Deal bezeichnet Widmar zudem als "strategischen Glücksfall", da die Alpen Bank als Private Banking-Anbieter in Tirol eine ähnliche Philosophie im Umgang mit ihren Kunden pflegt wie die Walser Privatbank. Zudem hat auch die Alpen Bank ihre Wurzeln im Bereich der Raiffeisen-Banken. 

So steht die Alpen Bank  jeweils zur Hälfte im Eigentum der RLB Nord- und Südtirol und verwaltet mit 65 Mitarbeitern ein Vermögen von 1,9 Milliarden Euro. Eigentümer der Walser Privatbank sind die Walser Raiffeisen-Holding und die RLB Vorarlberg. Sie hat 110 Mitarbeiter und ein verwaltetes Kundenvermögen von rund 1,8 Milliarden Euro. (gp)