Die turbulente Aktienmarktentwicklung des vierten Quartals 2018 schlug sich auch in der Bilanz von Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway nieder. Vor allem Markenwert-Abschreibungen beim Nahrungsmittelkonzern Kraft Heinz sorgten für Milliardenverluste, der Jahresgewinn der Beteiligungsgesellschaft fiel um 91 Prozent von 44,94 Milliarden auf 4,02 Milliarden US-Dollar und damit auf den niedrigsten Wert seit 2001. Wobei sowohl der Vorjahresgewinn als auch das jüngste Ergebnis aufgrund einer neuen Unternehmensbesteuerung und modifizierter Bilanzierungsregeln nur bedingt vergleichbar sind.

Für Kraft Heinz hat diese ungewöhnlich hohe Wertberichtigung bereits Folgen, die Finanzmarktaufsicht SEC untersucht, ob Bilanzierungsregeln verletzt wurden.

Da mit Apple auch eine andere wesentliche Beteiligung Buffetts im vierten Quartal deutlich an Wert verloren hat, meldete Berkshire Hathaway für das vierte Quartal einen Verlust von mehr als 25 Milliarden US-Dollar.

Buffett schreibt dazu im jüngsten Aktionärsbrief: Er habe den Brief an die Anleger nicht wie bisher mit der Bekanntgabe des Buchwerts der Aktie eröffnet, weil diese Zahl heute nicht mehr die Bedeutung habe, wie dies früher der Fall gewesen sei. Er rät Anlegern, sich nicht zu sehr auf einzelne Teile seines umfangreichen Portfolios zu konzentrieren. "Achten Sie auf den Wald, vergessen Sie einzelne Bäume!“.

Auf den Aktienkurs wirkten sich die erwähnten Probleme vergleichsweise gering aus, zuletzt notierten die Berkshire-Hathaway-Titel weniger als zehn Prozent unter ihrem All-time-high.

Operativ erfolgreich
Bei jenen Unternehmen, an denen Buffetts Holding die Mehrheit besitzt, sowie bei den Tochtergesellschaften lief es 2018 hingegen besser, als viele Analysten erwartet hatten. Im vierten Quartal verbesserte sich das operative Ergebnis dieser Firmen um mehr als 70 Prozent auf rund 5,7 Milliarden US-Dollar

Auch das Cash-Polster des Unternehmens fiel im Jahresvergleich nur geringfügig auf rund 112 Milliarden US-Dollar. Buffett würde dieses Geld gerne investieren, findet nach eigener Aussage derzeit aber keine interessanten Akquisitionsziele, weil die Preise der Unternehmen zu hoch seien.

Im jüngsten Brief an seine Aktionäre äußert sich der Starinvestor auch regierungskritisch. Erstens dürfe sich die Regierung wirtschaftliche Erfolge nicht auf die eigenen Fahnen schreiben, weil diese vor allem auf die Leistung amerikanischer Unternehmen und Bürger zurückzuführen seien. Zweitens wies der Investor darauf hin, dass es auch im Interesse der USA sei, wenn es anderen Ländern wirtschaftlich gut gehe. (gf)