Frank Alexander de Boer, Vorstand der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft LRI, sieht große Vorteile im Zusammenschluss mit dem Fondsadministrator Apex Group. "Gemeinsam stärken wir sowohl die Breite als auch Tiefe des Produktangebotes und ermöglichen unseren Kunden einen weltweiten Marktzugang", so de Boer auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE.

LRI bekommt als Teil eines größeren Private-Equity-Deals voraussichtlich im vierten Quartal einen neuen Eigentümer (FONDS professionell ONLINE berichtete). Bislang gehört die Luxemburger Gesellschaft zum Portfolio der Beteiligungsgesellschaft Augur Capital, bald wird sie Teil der weltweit operierenden Fonds-Service-Plattform Apex sein. LRI verfügt unter anderem über Lizenzen als Alternative Investment Fund Manager (AIFM) sowie als Verwaltungsgesellschaft für UCITS-Fonds in Luxemburg.

"Ungemeiner Wettbewerbsvorteil"
"Immer mehr ausländische Asset Manager sind auf der Suche nach Investorenkapital in Europa – aber auch europäische Asset Manager streben nach Übersee", so de Boer. Im internationalen Fondsgeschäft sei die weltweite Präsenz vor Ort ein "ungemeiner Wettbewerbsvorteil", auch weil unterschiedliche Märkte unterschiedliche Lösungen verlangten. "Wir können die lokale Expertise der 37 Standorte von Apex nutzen, um zum einen Markttrends frühzeitig zu erkennen, zum anderen um Strukturierungslösungen verschiedenster Jurisdiktionen anbieten zu können."

Internationalen Kunden könne LRI über Luxemburger Fondslösungen den Zugang nach Europa und allen wichtigen Märkten weltweit erleichtern. "Selbstverständlich ist es für die gemeinsame Gruppe einfacher, diese Dienstleistungen zeitnah, professionell und glaubwürdig anzubieten, als wenn jeder dies alleine versucht", argumentiert de Boer. "In der neuen Konstellation können wir zudem potenzielle Kunden ansprechen, die uns derzeit noch nicht auf dem Radar haben."

Die Integration in die Apex-Gruppe ermögliche es LRI auch, die technische und organisatorische Entwicklung zügiger und wirtschaftlicher voranzutreiben. "Die Skalenvorteile, die durch die Kombination entstehen, stärken unsere Investitionsmöglichkeiten und Wettbewerbsfähigkeit in einem weiter wachsenden Markt", ist der LRI-Chef überzeugt.

Luxemburger Apex-Einheiten werden zusammengelegt
Apex hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Servicegesellschaften übernommen, darunter das Luxemburger Geschäft von M.M.Warburg und eine Einheit der Deutschen Bank, die Alternatives-Fonds administriert. Die Luxemburger Apex-Einheiten sollen in Munsbach zusammengelegt werden, berichtet de Boer. "Dies wird bereits greifbar: Vor wenigen Tagen sind die neuen Kollegen von der übernommenen Einheit der Deutschen Bank in unser Gebäude eingezogen. Aus den ersten netten Begegnungen hat sich ein reger Austausch ergeben. Das ist ein spannender Prozess, auf den wir uns freuen."

Mit rund 500 Mitarbeitern werde Luxemburg der weltweit größte Standort von Apex werden. Es sei sichergestellt, dass auch die deutschen Kunden weiterhin gut betreut würden. "Da über zwei Drittel der Mitarbeiter deutschsprachig sind, werden unsere Kunden aus der DACH-Region weiterhin kulturell und sprachlich maßgeschneiderte Dienstleistungen erhalten", betont de Boer.

"Die Ansprechpartner der Kunden sollen sich nicht ändern"
Er und seine Kollegen hätten in den vergangenen Monaten eng mit Peter Hughes, dem Gründer und Geschäftsführer von Apex, zusammengearbeitet und auch mit wichtigen Kunden persönlich gesprochen. "Wir haben ein identisches Verständnis von der eminenten Wichtigkeit von lokaler Betreuung", so de Boer. "Die Ansprechpartner der Kunden sollen sich nicht ändern, das kommt bei unseren Kunden gut an."

Der LRI-Chef betont, in der operativen Umsetzung der Integration "nichts zu überstürzen". Dazu gebe es keinen Zwang. "Kunden sollten eigentlich kaum etwas von der technischen Fusion mitbekommen. Uns liegt viel an einem nahtlosen Übergang."

Marke steht auf dem Prüfstand
Kurzfristig werde sich auch am Markenauftritt der LRI nichts ändern. "Wir werden natürlich prüfen, inwiefern es Sinn ergibt, die Marke LRI Group für die KVG-Dienstleistungen in diesem veränderten, internationalen Umfeld beizubehalten", so de Boer. "Mittelfristig ist selbstverständlich geplant, die Dienstleistungen im Bereich Fondsadministration unter der weltweit etablierten Marke von Apex anzubieten." (bm)