Nach Informationen von "Finanz-Szene.de" hat die Finanzaufsicht Bafin Untersuchungen gegen den Online-Broker Flatex eingeleitet. Auslöser seien sich häufende Beschwerden von Kunden, die Flatex vorwerfen, im Falle eines Anbieterwechsels die Übertragung des Depots zu verschleppen.

"Der Kontakt mit der Aufsicht ist sehr proaktiv – wir rollen aktuell eine Vielzahl von Maßnahmen aus, die unseren Ablauf weiter beschleunigen werden", erklärte ein Sprecher von Flatex auf Nachfrage von "Finanz-Szene.de". Ein Depotübertrag sei servicetechnisch immer zeitintensiv, da Lagerstellen, etwaige offene Orders, Aktienspitzen und Ähnliches im Spiel seien. "Wir möchten aber festhalten, dass alle Kunden bis zum Zeitpunkt der technischen Übertragung der Anteile jederzeit Zugriff auf ihre Wertpapiere haben und diese auch jederzeit bei Flatex handeln können", so der Sprecher.

Anstieg an Depoteröffnungen durch Corona-Krise
Einige Kunden würden laut Angaben des Branchenportals bereits seit Januar auf den Übertrag warten und vom Broker hingehalten. Dazu erklärte Flatex, dass man aktuell auch sehr viele Depoteröffnung verzeichne und die Handelsaktivitäten im Zuge der Corona-Krise massiv zugenommen hätten – entsprechend ausgelastet sei der Service. "Wir geben aktuell alles, um auch in diesen turbulenten Zeiten die 100 Prozent Uptime unserer Systeme und Services zu garantieren. Im Vergleich zum Wettbewerb sind wir durch unseren hohen Automatisierungsgrad weiterhin relativ schnell", so der Sprecher.

Preisänderung seit Anfang März
Eine Zunahme der Depotwechsel dürfte auch auf eine Anfang März in Kraft getretene Preisänderung von Flatex zurückzuführen sein, mutmaßt "Finanz-Szene.de". Seither erhebt der Broker eine Depotgebühr für gehaltene Wertpapiere in Höhe von 0,1 Prozent des Kurswerts zuzüglich Mehrwertsteuer – und diese wird monatlich ratierlich erhoben. Diese Ankündigung dürfte viele Kunden zu einem Wechsel bewogen haben. Eine etwaige Verzögerung des Wechsel zieht laut einem Flatex-Sprecher keine finanziellen Nachteile nach sich: "Selbstverständlich stellen wir den Kunden – ab Eingang des Auftrags zum Depotübertrag – keine Gebühren in Rechnung." (mb)