"Du lernst nicht für die Schule, du lernst für das Leben!" Bei diesem Satz hat in Kindertagen wahrscheinlich so mancher genervt die Augen verdreht. Später im Leben steigt der Appetit aufs Lernen dann oft. Und damit er sich beruflich sinnvoll stillen lässt, halten die meisten Banken und Sparkassen für ihre Mitarbeiter zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen bereit. FONDS professionell hat sich bei den Instituten umgehört, welche Programme sie im Angebot haben.

Einen ganz neuen Weg in Sachen Fortbildung hat Anfang September 2020 die Direktbank ING Deutschland beschritten. Jeder der rund 4.000 Mitarbeiter bekommt seitdem ein jährliches Budget in Höhe von 500 Euro, das er für Seminare, Kurse oder Fachliteratur in Eigenregie nutzen darf. Solange eine Maßnahme im weitesten Sinne dem beruflichen Fortkommen dient, braucht niemand erst einmal die Genehmigung des Chefs einzuholen, um daran teilzunehmen.

Lebenslanges Lernen fördern
"Bei uns geht es darum, Kunden zu befähigen, ihre Finanzgeschäfte selbst in die Hand zu nehmen, und diese Eigenständigkeit wollten wir auch in die Weiterbildung bringen", berichtet Kathrin Lemmes, Head of Talent & Learning im Personalwesen der ING Deutschland. Zudem hat sich die Bank auf die Fahne geschrieben, lebenslanges Lernen zu unterstützen.

"Wir möchten auch fördern, dass unsere Mitarbeiter über den eigenen Tellerrand hinausschauen", sagt Lemmes. Das sei wichtig, da sich Berufsbilder, Wissen und Kompetenzen, die verlangt werden, immer schneller verändern. "Daher brauchen wir Beschäftigte, die Spaß daran haben, sich weiterzubilden und etwas Neues zu probieren, das nicht zwangsläufig direkt mit ihrem Job zu tun hat", erklärt sie. Wer etwa wie Lemmes im Personalwesen tätig ist, sich aber in Richtung IT entwickeln möchte, kann auch einen Kurs besuchen, in dem er eine Programmiersprache lernt.

Breit gefächerte Palette
Bisher gibt es bei anderen Kreditinstituten, die FONDS professionell befragt hat, keine Weiterbildungskonten nach dem Modell der ING Deutschland. Interessante Programme für die Fortbildung ihrer Mitarbeiter bieten sie aber ebenfalls an (siehe Tabelle).

Zwei Banken greifen ihren Beschäftigten auch unter die Arme, wenn sie neben dem Beruf studieren möchten – die Deutsche Bank und die Targobank. "Wir bieten unseren Mitarbeitern eine Unterstützung bei der Weiterbildung zum Bankfachwirt und Bankbetriebswirt an", berichtet Lars Goebel, Bereichsdirektor Lernen und Entwicklung bei der Targobank. Bei einem Studium in diesen Fachrichtungen leistet die Bank einen finanziellen Zuschuss. "Wir bieten auch bedarfsweise passende Arbeitszeitmodelle an", sagt Goebel. 

Selbst Bedarf anmelden
Anders als beim Weiterbildungsbudget der ING Deutschland sind die Angestellten anderer Geldinstitute in der Wahl des Lernprogramms nicht komplett frei, oft können sie aber selbst ihren Bedarf anmelden. "Wir führen mit unseren Mitarbeitern regelmäßig Gespräche über ihre Weiterentwicklung", sagt etwa Dorothee Pfeuffer, Leiterin Talent Management bei der Commerzbank. "Das zur Verfügung stehende Budget wird dann flexibel je nach individuellem Qualifizierungsbedarf eingesetzt", erklärt sie. (am)


Einen ausführlichen Bericht über Weiterbildungsprogramme, die Banken und Sparkassen ihren Mitarbeitern anbieten, lesen Sie in der aktuellen Heftausgabe 4/2020 von FONDS professionell ab Seite 390 oder hier im E-Magazin (Anmeldung erforderlich).