Im Nachgang der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Immac-Holding haben vier weitere Konzerngesellschaften Insolvenz angemeldet. Betroffen sind die Immac Immobilienfonds GmbH, die als Vertriebsgesellschaft tätig war (Az.: 67c IN 46/26), die DFV Deutsche Fondsvermögen GmbH, ein weiteres Emissionshaus des Konzerns, über das mehrere Hotelfonds aufgelegt wurden (Az.: 67c IN 47/26), der Bauträger Immac Sozialbau GmbH (Az.: 67c IN 48/26) und die Immac Verwaltungsgesellschaft mbH, die 1997 als erste operative Einheit des Konzerns gegründet worden war (Az.: 67c IN 49/26).

Für diese vier Gesellschaften wurde das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet und der Hamburger Rechtsanwalt Stefan Denkhaus zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt. Denkhaus ist auch der Sachwalter im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung der Immac Holding AG. Von einer Insolvenz einstweilen nicht betroffen sind die Konzerngesellschaften Immac Wohnbau GmbH, Immac Energie Service GmbH, Immac Health Property GmbH sowie Tochtergesellschaften in Österreich, Irland und Großbritannien. Die HKA Hanseatische Kapitalverwaltung GmbH wurde inzwischen von Paribus übernommen.

Umfirmierungen kurz vor der Insolvenzanmeldung
Wenige Tage vor der Eröffnung der vorläufigen Insolvenzverfahren über die Tochterfirmen kam es jeweils zu Umfirmierungen: Alle vier Gesellschaften, für die das Amtsgericht Hamburg am 17. Februar die vorläufigen Insolvenzverfahren eröffnete, wurden umbenannt. Aus der DFV Deutsche Fondsvermögen GmbH wurde die IMDF Verwaltung GmbH, aus der Immac Sozialbau GmbH die IMS Bau GmbH und aus der Immac Verwaltungsgesellschaft mbH die IMV Verwaltung GmbH.

Nur bei der Immac Immobilienfonds GmbH, die inzwischen als IMI Vertrieb GmbH firmiert, hat die Umbenennung nicht rechtzeitig geklappt. Die Eintragung des neuen Firmennamens im Handelsregister erfolgte erst am 19. Februar, so dass sie im Insolvenzregister schon vom Namen her noch als Immac-Gesellschaft zu erkennen ist. Dabei fand die entsprechende Gesellschafterversammlung, auf der die Umfirmierung beschlossen wurde, wie für die drei anderen Tochterfirmen auch bereits am 3. Februar statt.

Immac gibt dürftige Erklärung ab
Auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE, was es mit den Umfirmierungen kurz vor dem Insolvenzantrag auf sich hat, teilt ein Sprecher der Immac mit: "Die Struktur der Immac verändert sich durch den erfolgten Verkauf der HKA an Paribus. Dieser Verkauf ist sehr im Sinne der Anleger, denn so wird die Betreuung ihrer Fondsbeteiligungen ermöglicht. Bezüglich der weiteren Teile der Immac-Gruppe laufen derzeit noch Gespräche."

Mehrere Insolvenzrechtler, mit denen sich die Redaktion beraten konnte, sind der Meinung, dass es bei den Umfirmierungen darum gehen könnte, den Namen Immac aus der Schusslinie der öffentlichen Aufmerksamkeit zu nehmen. (tw)