Die Stadtsparkasse München (SSKM) hat als eines der letzten verbliebenden größeren öffentlich-rechtlichen Geldinstitute Verwahrentgelte eingeführt. Betroffen sind Kunden, die ab dem 27. Mai ein Konto neu bei ihr eröffnen. Sie müssen bereits ab einer Summe von 50.000 Euro einen Negativzins von 0,5 Prozent  entrichten. Zudem bittet die Bank auch jene Bestandskunden, die seit Oktober 2019 ein Girokonto bei ihr haben, ab August zur Kasse – dann sind 0,5 Prozent Strafgebühren für Einlagen ab 100.000 Euro fällig. Alle übrigen Bestandskunden seien nicht betroffen. Insgesamt würden die Gebühren nach eigenen Hochrechnungen nur 1.200 Kunden betreffen.

Das Geldhaus begründet seine Entscheidung damit, dass Verbraucher im Zuge der Einführung von Strafgebühren bei anderen Banken ihr Geld zunehmend bei der Stadtsparkasse München geparkt hätten. Allein von März 2020 bis März 2021 habe es ein Plus von gut zehn Prozent oder knapp 1,7 Milliarden Euro bei den Kundeneinlagen gegeben. "Dieser Trend, dass Neukunden täglich fälliges Geld bei der SSKM anlegen, um damit Gebühren bei anderen Banken zu vermeiden, soll damit gestoppt werden", heißt es in einer Mitteilung.

Strafzins wird allmählich zum Standard
Andere Geldhäuser verfolgen eine wesentliche striktere Linie bei der Weitergabe der von der Europäische Zentralbank erhobenen Strafzinsen an ihre Kunden: Einige Banken und Sparkassen verlangen die Verwahrentgelte schon ab 25.000 Euro. Die Commerzbank und die Targobank erheben die Strafzinsen mittlerweile sogar auf Einlagen bei Sparbüchern.  Die Oldenburgische Landesbank erhebt die Entgelte zwar erst ab einer Summe von 500.000 Euro auf dem Konto – doch schon bei minimalen Überschreitungen entfällt der sonst übliche Freibetrag auf einen Schlag. (jb)