Die Hanse Merkur24 Lebensversicherung wird rückwirkend zum 1. Januar 2017 mit der Hanse Merkur Lebensversicherung verschmolzen. Die Aufsichtsräte und Hauptversammlungen beider Gesellschaften haben dieser Maßnahme zugestimmt. Die Finanzaufsicht Bafin hat die Verschmelzung mit Bescheid vom 29. August 2017 genehmigt.

Als Gründe für die Verschmelzung des 2007 gegründeten Direktversicherers, der sich auf Riesterrenten spezialisiert hat, nannte die Hanse Merkur Versicherungsgruppe die gestiegenen regulatorischen Vorgaben in Verbindung mit wirtschaftlichen Belastungen. "Deutlich gestiegene regulatorische Anforderungen wie Solvency II und zukünftig auch IDD belasten kleine Lebensversicherer übermäßig. Daher war die Zusammenführung der Hanse Merkur 24 mit der Hanse Merkur Leben aus wirtschaftlichen Erwägungen ein Gebot der Stunde", heißt es wörtlich in der Mitteilung.  

Solvenzquote von 117
Ein Blick auf die Finanzzahlen des Direktversicherers dürfte die Aussage erklären: Die Hanse Merkur 24 wies Ende 2016 unter Berücksichtigung von Übergangsmaßnahmen eine Solvenzquote von 117 Prozent in Bezug auf die Eigenmittel auf – eine Quote von 100 Prozent bei der Eigenkapitalausstattung gilt als Untergrenze für die finanzielle Widerstandsfähigkeit eines Lebensversicherers (Details dazu finden Sie hier bei FONDS professionell ONLINE). Der Direktversicherer hat also offensichtlich Mühe, bei den gegenwärtigen Minizinsen genügend Rendite zu erwirtschaften, um auch die unter Solvency II verschärften Anforderungen an die Kapitalbasis zu erfüllen.

Die Hanse Merkur Lebensversicherung dagegen kam auf eine Solvenzquote von 273 Prozent, sodass eine Verschmelzung der beiden Schwestern Sinn macht. Hinzu kommt, dass das Geschäft mit Riesterrenten als sehr verwaltungsintensiv gilt – die Zusammenlegung mit der Schwester dürfte auch hier zu Kosteneinsparungen führen.

Die konzerninterne Verschmelzung zweier Lebensversicherer und damit der Wegfall eines Anbieters aufgrund der Minizinsen und der regulatorischen Vorgaben wie Solvency II ist kein Einzelfall in der Branche. So nahm die VHV-Versicherungsgruppe Ende 2015 die VHV Leben vom Markt und verschmolz sie mit der Schwester Hannoversche Leben. Und zuletzt hatte die Arag ihre Lebenssparte in einen sogenannten Run Off gegeben und an den Abwicklungsspezialisten Frankfurter Leben verkauft.
 
Keine Nachteile für Kunden
Für die circa 7.000 Kunden des 2007 gegründeten Direktversicherers sei die Verschmelzung mit keinerlei Nachteilen verbunden. Die Verträge der Hanse Merkur 24 werden rückwirkend zum 1. Januar 2017 auf die Schwester Hanse Merkur Leben übertragen. Für die Versicherten, die im September/Oktober 2017 informiert werden, bleiben sämtliche Vertragskonditionen unverändert. Änderungen an bestehenden Verträgen können nach wie vor vorgenommen werden. (jb)