Seit Mitte Oktober ist der Münchner Vergleichsportalriese Check24 mit einer eigenen Bank am Start. Die "C24Bank" bietet unter anderem ein Gratiskonto mit einer kostenlosen Debitkarte von Mastercard an. Der Konkurrenz gefällt das gar nicht: Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, gehen der Verband der Sparda-Banken und der Genossenschaftsverband Bayern auf die Barrikaden. Sie kritisieren, dass Check24 über seinen Bankableger gleichzeitig Girokonten anbietet und als Portalbetreiber zugleich die einzige öffentlich zertifizierte Vergleichsplattform für solche Konten betreibt.

Die Chefs der beiden Bankenverbände haben Briefe an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sowie Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, geschrieben. Darin werfen sie dem Internetriesen vor, mit seinem eigenen mobilen Banking-Angebot den Wettbewerb zu verzerren und zugleich die Objektivität seines Vergleichsportals zu beschädigen. "Wir halten eine privatwirtschaftliche Vergleichswebsite nach wie vor für den richtigen Ansatz, allerdings darf der Vergleich nicht in den Händen von Anbietern liegen, die wirtschaftliche Eigeninteressen verfolgen", schreiben die Verbände.

Vergleich soll Kerngeschäft bleiben
Check24 zeigt sich verwundert von der Kritik: Die Banken seien auf der Vergleichsplattform Partner des Unternehmens, man arbeite gut zusammen. "Unser grundsätzliches Ziel ist es, den Verbraucher durch unseren transparenten Service zu stärken. Mit der ersten zertifizierten Vergleichsplattform für Girokonten haben wir verwirklicht, was Politik und Regulierung gefordert haben", so eine Sprecherin von Check24 gegenüber der FAZ.

Das Unternehmen betont, hohe Standards bei seinen Vergleichen zu pflegen und sich im Vorfeld des "C24Bank"-Starts mit seinen langjährigen Bankpartnern ausgetauscht zu haben. "Check24 ist und bleibt eine offene Plattform für seine Kooperationspartner", betont die Sprecherin. Kerngeschäft bleibe der Vergleich, die hauseigene Bank stärke als "Open Banking Plattform", die Produkte unterschiedlicher Geldhäuser vermittele, dieses Modell.

Wettbewerb laut Europäischer Union nicht nötig
Im Bundesfinanzministerium erklärt man, die Hinweise der Volksbanken und Sparda-Banken ernst zu nehmen und ihnen nachzugehen. "Auch wir erachten es als wünschenswert, dass es mehr als einen Anbieter einer Vergleichswebseite gibt", so eine Sprecherin in der FAZ. Laut europäischer Zahlungskontenrichtlinie sei eine einzige kostenlose Entgelt-Vergleichswebsite allerdings ausreichend für Verbraucher. (fp)