Wie die Berliner Volksbank Filialarbeit und Homeoffice ausgleicht
Zwei Extratage für Filialbeschäftigte, bis zu 50 Prozent Homeoffice und Workation im Ausland: Die Berliner Volksbank setzt auf unterschiedliche Arbeitsmodelle. Vorstandschef Carsten Jung sieht keinen Grund für einen Kurswechsel.
Viele deutsche Banken haben in den vergangenen Jahren großzügige Homeoffice-Regeln eingeführt, eine Gruppe ist dabei aber mitunter außen vor geblieben: Mitarbeiter in den Filialen, die sich persönlich um Kunden vor Ort kümmern. Für diesen Kreis der Kollegen hat die Berliner Volksbank eine Lösung gefunden.
"Für die Mitarbeiter in den Filialen ist die Arbeit im Homeoffice in der Regel kaum möglich. Deshalb gewähren wir diesen Kollegen bis zu zwei freie Tage extra im Jahr", erklärte Vorstandschef Carsten Jung in einem Interview mit "Bloomberg News". Beschäftigte in der Zentrale bekommen solche freien Tage nicht, da sie auch von daheim arbeiten können.
Regelung läuft bereits seit drei Jahren
Das ist laut Jung als ein Ausgleich für die Kollegen in Filialen gedacht. "Mitarbeiter in der Zentrale haben an Homeoffice-Tagen beispielsweise die Fahrt zur Arbeit nicht", erklärte er. Die Berliner Volksbank beschäftigt rund 2.000 Menschen, von denen etwa zwei Drittel an dezentralen Standorten arbeiten.
Die Bank bietet die zusätzlichen freien Tage für Kollegen in den Filialen jetzt bereits das dritte Jahr an. Für Außenstehende ist diese Regelung bislang aber weitestgehend unbemerkt geblieben.
Bis zu 50 Prozent Homeoffice
Für jene Mitarbeiter, bei denen Homeoffice möglich ist, gilt bei der Berliner Volksbank im Grundsatz die Regel, dass sie bis zu 50 Prozent von daheim arbeiten können – stets in Abstimmung mit der Führungskraft. Diese Vorgabe wird laut Jung flexibel gehandhabt, was auch bedeuten kann, dass Kollegen mal zwei Wochen am Stück von zu Hause arbeiten dürfen.
"Wir fahren mit der 50-50-Regelung gut, und ich plane keine Veränderungen. Das hat sich bewährt und ist ein gutes Verhältnis", erklärte Jung. "Einige sagen ja, Mitarbeiter sollen wieder stärker ins Büro kommen. Ich habe da einen anderen Blick drauf." Er selbst arbeite manchmal auch im Homeoffice.
Appell gegen leere Büros am Freitag
Anfangs sei die Zentrale der Berliner Volksbank zwar freitags immer zu einer Art "großen Möbelausstellung" geworden, weil nur wenige Beschäftigte vor Ort gewesen seien und sich die Büroarbeit auf Dienstag bis Donnerstag konzentriert habe. "Nach einem wohlmeinenden Appell von mir haben wir das Problem aber inzwischen in den Griff bekommen", sagte Jung. Die Anwesenheit verteile sich jetzt besser über den Verlauf der Woche.
Neben dem regulären Homeoffice bietet die Bank auch Workation an, also das zeitlich begrenzte Arbeiten aus dem Ausland. Das ist maximal an 20 Tagen im Jahr in bestimmten Ländern erlaubt – und wird laut Jung auch "gut genutzt". (mb/Bloomberg)















