Der Finanzdienstleister JDC Group will weiter wachsen. Auf einem Pressegespräch in Frankfurt hat das Unternehmen, zu dem der bekannte Maklerpool Jung, DMS & Cie. gehört, die verschiedenen Wege und Maßnahmen dafür näher erläutert. Dabei unterstrich JDC-Vorstandschef Sebastian Grabmaier erneut, dass er auch einen Mitbewerber übernehmen würde. Außerdem erklärte er, wie man die DIN-77230 "Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte" für diesen Zweck einsetzen wird.

Die Gesellschaft, die 2018 immerhin schon knapp 450.000 neue Verträge in ihr Portfolio aufnehmen konnte, setzt zum einen auf organisches Wachstum. Bei Jung, DMS & Cie. meint das die Anbindung neuer Partner. Der Pool setzt hierbei neben Einzelmaklern vor allem auf größere Einheiten. Beispiele dafür sind die die Kooperation mit Albatros, dem hauseigenen Makler der Lufthansa, sowie jüngst mit der Comdirect und der Bavaria Wirtschaftsagentur, dem Hausmakler von BMW (FONDS professionell ONLINE berichtete). Diese konnte JDC offenbar von den Vorzügen seiner Plattform, dem "iCRM", überzeugen. Mittels dieser könne alle Vorgänge wie Produktvergleiche, Abschlüsse oder auch Provisionsabrechnungen erledigt werden.

DIN-Norm in "Allesmein"
Im Zusammenhang mit der Plattform betonten die anwesenden Vorstände – neben Grabmaier auch Oliver Lang, Investmentvorstand bei Jung, DMS & Cie. sowie Stefan Bachmann, Digital-Vorstand der JDC Gruppe – die Vorteile der eigenen App "Allesmeins". In dieser könne der Kunde alle seine Versicherungen bündeln sowie bald auch alle seine Anlage- und Bankprodukte einsehen. Auf diese Weise habe der Kunde einen "360-Grad-Blick" auf seine Finanzen. Vorteil für den Makler: Da er dem Kunde die App zu Verfügung stellt, hat er auch einen Überblick auf dessen Bestände und kann versuchen, Policen oder Investmentfonds, die er dem Kunden nicht vermittelte, zu übernehmen.

Das klappt wohl auch: Die durchschnittliche Vertragszahl pro Kunde würde sich bei Nutzung der App von 1,4 Verträgen auf über sechs steigern. Allerdings nutzen bislang nur 600 von 16.000 Jung, DMS & Cie.-Partnern die App. Demnächst könnte es aber mehr werden, denn Jung, DMS & Cie. will die App mit einer Analyse gemäß der DIN-Norm 77230 ausstatten. 

Eigener Krypto-Token macht Fortschritte 
Eine weitere Wachstumsstrategie von JDC ist der Kauf von Beständen. In dem Fall fungiert die Gesellschaft selbst als Makler für den Endkunden – ansonsten agiert sie als Pool, der Maklern die oben genannte IT-Plattform zur Verfügung stellt. So hat JDC etwa 2016 das Privatkundengeschäft des Großmaklers Aon übernommen. Und schließlich ist JDC weiter offen für die Übernahme von Mitbewerbern. Auf diese Weise könne man Skaleneffekte bei der Plattform besser nutzen, wie Grabmaier und Lang schon im Frühjahr in einem Gespräch mit FONDS professionell erklärt hatten. Zudem sei der Markt für Maklerpools ohnehin sehr zersplittert und damit reif für Konsolidierungen. 

Schließlich berichtete Bachmann von Fortschritten beim Start der eigenen Kryptowährung "Blocx (BCX)", den die liechtensteinische Tochtergesellschaft JDC B-LAB entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Art "Loyalitäts-Token", den angeschlossene Partner oder auch Kunden erhalten würden, wenn sie mithelfen, die Datenmenge und –qualität auf der JDC-Plattform iCRM zu verbessern. Die Finanzaufsicht in Liechtenstein habe mittlerweile Regeln für die den Token zugrundeliegende Blockchain-Technologie entwickelt. (jb)