Die Berufsaufsicht APAS teilt gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY aus. Die Behörde, die dem Bundeswirtschaftsministerium untersteht, hat laut einem Bericht im "Manager Magazin" Hinweise darauf, dass EY-Prüfer im Fall Wirecard gegen Berufspflichten verstoßen haben. Sogar der Verdacht auf Straftaten stehe im Raum. Der Staatsanwaltschaft München liege ein entsprechendes Schreiben der APAS vor, das nach Angaben einer Sprecherin derzeit geprüft wird.

Die Wirtschaftsprüfer-Aufsicht hatte bereits nach den ersten kritischen Berichten über Wirecard in der "Financial Times" einen Fragenkatalog an EY geschickt, dann aber erst das Sondergutachten von KPMG abgewartet. Die berufsaufsichtsrechtlichen Ermittlungen zu Abschlussprüfungen bei dem gestürzten Zahlungsdienstleister und einstigen Dax-Star dauern an, erklärt ein APAS-Sprecher. Bis sie abgeschlossen sind, heißt es offiziell: kein Kommentar.

Beschuldigte Prüfer beklagen "massive Rufschädigung"
EY weist justiziable Fehler in der Causa Wirecard von sich. "Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten von Abschlussprüfern von EY im Fall Wirecard. Jede andere Information wäre eine Falschinformation und würde einer massiven Rufschädigung gleichkommen", so ein Sprecher des Unternehmens im "Manager Magazin".

Die Aussagen der Konkurrenz sind allerdings wenig schmeichelhaft für EY. In einer Anhörung am Donnerstag (26.11.) sagte KPMG-Prüfer Alexander Geschonnek, dass seine Gesellschaft bei der Arbeit für ihr Sondergutachten keine Hinweise auf die Existenz von Guthaben auf den Wirecard-Konten habe finden können – auch nicht in den Jahren 2016 bis 2018. Für diese Jahre hatte EY dem Zahlungsdienstleister ein uneingeschränktes Testat ausgestellt. (fp)