Egal ob Tagesgeld, Festgeld oder Baukredit: Überall scheinen die Zinsen ins Bodenlose zu fallen. Selbst die Dispozinsen, die Banken verlangen, wenn ein Kunde sein Girokonto überzieht, haben zuletzt etwas nachgegeben, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Internetplattform Konto.org, die der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vorliegt. Dennoch verlangen die 381 deutschen Sparkassen im Schnitt Überziehungs-Zinssätze 10,35 Prozent im Jahr. Zum Vergleich: 2018 lag der Zins um kaum wahrnehmbare 0,06 Prozentpunkte höher.

Dabei schwanken die Dispozinsen je nach Region stark. Bei den Sparkassen in Berlin und Brandenburg zahlen Kunden laut Konto.org mit 9,13 Prozent im Schnitt am wenigsten für einen Dispokredit. Wer hingegen in Bremen lebt, muss durchschnittlich 11,71 Prozent Zinsen berappen. Insgesamt verlangen aktuell 212 Sparkassen mindestens den Durchschnittswert von 10,35 Prozent oder mehr.

Schärfere Regeln für Dispokredite
Dispokredite sollen Kunden über kurzfristige Liquiditätsengpässe hinweg helfen. Banken begründen den vergleichsweise hohen Zinssatz in der Regel damit, dass sie das Geld ohne Prüfung der Bonität zur Verfügung stellen. Verbraucherzentralen und Politiker fordern allerdings schon seit langem gesetzlich festgelegte Obergrenzen.

Zuletzt hat die Bundesregierung die Regeln für Dispokredite vor rund drei Jahren verschärft, berichtet die FAZ. Unter anderem müssen die Geldinstitute ihre Kunden jetzt anschreiben, wenn diese ihren Dispokredit längere Zeit ausgeschöpft haben und ihnen eine günstigere Alternative anbieten. (fp)