Vor mehr als fünf Jahren brach das frühere Emissionshaus Wölbern Invest in sich zusammen. Seither beschäftigt sich die Justiz mit schweren Anschuldigungen gegen Manager und Berater des Unternehmens. Nun erging im langwierigen Strafprozess ein Urteil gegen den damaligen Generalbevollmächtigten Thomas K.

Das "Fondstelegramm" berichtet, dass der Manager wegen Beihilfe zur Untreue zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden ist. Der Richter des Landgerichts Hamburg habe die Strafe wegen des umfangreichen Geständnisses des Angeklagten allerdings zur Bewährung ausgerufen.

Langwierige Aufarbeitung
Wölbern Invest hatte im Jahr 2012, wie FONDS professionell seinerzeit ausführlich berichtete, ein so genanntes Liquiditätsmanagementsystem für die laufenden Fonds eingeführt. Der Cashpool stieß bei einigen Anlegern auf heftigen Widerstand. Schließlich stellte sich heraus, dass die Fondsgelder unrechtmäßig behandelt und teilweise veruntreut worden waren.

Im Herbst 2013 wurde der damalige Eigentümer und Chef von Wölbern verhaftet. Kurze Zeit später meldete das Emissionshaus Insolvenz an. Im Mai 2014 begann der Prozess gegen den Wölbern-Eigentümer Professor H.-M. S. Ihm wurde "gewerbsmäßige Untreue in 360 Fällen" und die Veruntreuung von 147,3 Millionen Euro vorgeworfen.

Urteilte gegen die Helfer des Chefs
Ein Jahr später wurde der Manager zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Dagegen ging der Unternehmer vor. Der Bundesgerichtshof bestätigte jedoch Anfang Januar das Urteil und damit auch das Strafmaß.

Im Herbst 2016 wurden drei Helfer, zwei juristische Berater und eben der erwähnte Ex-Generalbevollmächtigte, verhaftet. Ihr Prozess begann erst im September 2017. Gegen einen Rechtsberater wurde das Verfahren laut "Fondstelegramm" durch eine EInigung nach §153a Strafgesetzbuch eingestellt. Der zweite Jurist sei gesundheitlich so stark beeinträchtigt, dass der Prozess gegen ihn vorläufig eingestellt worden sei. (ae)