Das geplante Altersvorsorgedepot werde ein "Türöffner für ETFs sein". Dies sagte Michael Mohr, weltweiter Produktchef von Xtrackers, der Marke für börsengehandelte Fonds der Deutschen-Bank-Tochter DWS. "Wir sehen großes Potenzial, dass sich Menschen verstärkt um ihre Altersvorsorge kümmern", so Mohr bei einem Pressegespräch der DWS in Frankfurt am Main. "Dies wird ETFs einen Schub geben."

Das Bundeskabinett hatte im Dezember 2025 einen Gesetzesentwurf gebilligt, der die private Altersvorsorge reformieren soll. Es sieht unter anderem staatlich geförderte Investments in Fonds- und ETF-Sparpläne vor. Das Paket greift dabei auch das von der abgelösten Ampel-Koalition konzipierte Altersvorsorgedepot auf, das in der Politik, bei Fachleuten und in der Öffentlichkeit große Zustimmung gefunden hatte. Bundestag und Bundesrat müssen dem Gesetz aber noch zustimmen.

"ETF-Markt ist durch die Decke gegangen"
Von der geplanten Reform würden aber nicht allein ETFs profitieren, betonte Mohr. Neben ETFs könne ein Altersvorsorgedepot auch aktive Fonds sowie alternative Investments wie in Infrastruktur umfassen. "Das Altersvorsorgedepot ist komplementär", ergänzte Simon Klein, globaler Vertriebschef von Xtrackers. "Es kann verschiedene Bausteine umfassen." Somit würde nicht nur für die ETF-Sparte Xtrackers, sondern auch für die gesamte DWS ein großes Potenzial eröffnet, betonte Klein.

Gleichwohl hat sich das ETF-Segment auch im vergangenen Jahr als Wachstumstreiber erwiesen. Der Markt umfasst in Europa zum Ende des vergangenen Jahres ein Volumen von 2,6 Billionen Euro, wie Daten des französischen Fondsriesen Amundi zeigen. Der europäische ETF-Markt sei somit gegenüber dem Vorjahr um gut 30 Prozent gewachsen, berichtete Klein. Die Hälfte davon sei auf Nettomittelzuflüsse entfallen. "Der ETF-Markt ist durch die Decke gegangen", sagte Klein. In der Folge habe sich auch die ETF-Sparte Xtrackers als "Treiber für die DWS" erwiesen, so der Vertriebsprofi.

Europa, Gold, Rüstung und Geldmarkt gefragt
Im gesamten ETF-Markt seien im vergangenen Jahr nach wie vor Aktien und hier ETFs auf globale Indizes gefragt gewesen. Ein neues Phänomen wiederum war, dass sich ETFs auf Europa-Aktien vor die US-Pendants schieben konnten, berichtete Klein weiter. Unter den thematischen Produkten hätten vor allem Rüstungs-ETFs hohes Interesse verzeichnet. Daneben hätten börsengehandelte Rohstoffprodukte (ETCs) auf Gold und andere Edelmetalle eine hohe Nachfrage erlebt.

Bei Anleihen-ETFs wiederum dominierten klassische Indizes auf US- und europäische Staatsanleihen sowie Unternehmensanleihen die Nachfrage. Der Blockbuster der DWS sei aber nach wie vor ein Euro-Geldmarkt-Vehikel. Die Nachfrage sei überwiegend von Privatanlegern getrieben, erläuterte Klein. Mit der Zinswende in der Folge des Kriegs gegen die Ukraine hatte das Segment der Geldmarkt-ETFs höheren Anklang unter Anlegern gefunden. (ert)