Wer sein Erspartes bei der Bank parkt, kriegt nicht nur weniger Zinsen, als die Inflation an Wert frisst – er zahlt immer öfter sogar tatsächlich drauf. Rund 250 Banken kassieren mittlerweile Negativzinsen von ihren Kunden, davon 150 Institute im Privatkundenbereich. Das geht aus einer Untersuchung des Vergleichsportals Biallo.de unter 1.300 Banken und Sparkassen hervor. Demnach haben allein in den vergangenen drei Monaten 40 Banken und Sparkassen Negativzinsen für Privatkunden eingeführt.

Die Zahl der Banken, die Negativzinsen ab einem bestimmten Geldbetrag verlangen, wächst der Untersuchung zufolge stark. Vor einem Jahr baten laut Vergleichsportal nur 30 Banken Privatkunden zur Kasse, Firmenkunden mussten bei 108 Instituten für Bankeinlagen zahlen. Im Privatkundenbereich  hat sich die Anzahl der Geldinstitute mit Negativzinsen somit mehr als verfünffacht.

Negativer Einlagenzins belastet Banken
Betroffen sind vor allem Privatkunden von kleinen Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Sie dürfen der Studie zufolge zum Teil nur noch Spareinlagen von 10.000 Euro oder weniger kostenlos auf dem Girokonto parken. Beträge darüber belegen Institute vielfach mit einem Strafzins in Höhe von 0,5 Prozent. Die Banken begründen den Schritt dem Vergleichsportal zufolge hauptsächlich mit dem negativen Einlagensatz der Europäischen Zentralbank (EZB), den die Geldhäuser zahlen müssen, wenn sie kurzfristig Liquidität bei der EZB parken. Die Notenbank räumt den Instituten seit Herbst 2019 allerdings einen Freibetrag ein, der dem Sechsfachen der gesetzlichen Mindestreserve entspricht. (fp)