Zentrale Genossenschaftsbank steht vor ETF-Auflage
Die Servicegesellschaft IP-Concept steigt in das Geschäft mit börsengehandelten Fonds ein, wie FONDS professionell ONLINE bereits exklusiv berichtete. Nun geben der White-Label-Anbieter und seine Mutter DZ Privatbank bekannt, mit welchem Partner sie ETFs starten. Eine Frage bleibt aber offen.
Die DZ Privatbank und ihre Tochter IP-Concept konkretisieren ihren Einstieg in das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Dafür greifen die zentralen Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken auf die Technologieplattform des Kölner Fintechs NaroIQ zurück, teilte das Unternehmen mit. Im Fokus liegen ETFs, die Elemente des aktiven Managements aufweisen. Im zweiten Halbjahr 2026 soll das erste Vehikel auf den Markt kommen.
FONDS professionell ONLINE hatte bereits im November 2025 exklusiv berichtet, dass die White-Label-Kapitalverwaltungsgesellschaft IP-Concept an dem Einstieg ins ETF-Geschäft arbeitet. Damals hatte das Unternehmen noch mitgeteilt, dass das Angebot sowohl aktive als auch passive Fonds umfassen soll. Welcher ETF von welchem Partner konkret auf den Markt kommt, verraten die Gesellschaften immer noch nicht.
Lange Kandidatenliste
Die Fondsinitiatoren würden "vorrangig" von außerhalb des genossenschaftlichen Lagers stammen, hieß es lediglich auf Nachfrage. Die Zielgruppe für das ETF-Serviceangebot entspreche wiederum "im Wesentlichen" der bestehenden Kundschaft der DZ Privatbank im Bereich Fondsdienstleistungen. Zu den Kunden zählen bekannte Häuser wie DJE, Ethenea, Eyb & Wallwitz sowie Sauren oder auch die DZ Privatbank selbst. Aber auch Investmentboutiquen wie Blackpoint, das Rohstoffhaus Baker Steel, Taunus Trust mit Peter E. Huber sowie Ökoworld oder Robert Beer führt die DZ Privatbank als Fondskunden auf.
Aus eigener Kraft
In dem nunmehr konkretisierten Konstrukt übernimmt die DZ Privatbank die Fondsadministration und die Verwahrstellenfunktion für die geplanten ETFs. IP-Concept dient als Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft. Das Fondsmanagement könne entweder bei IP-Concept oder bei dem Initiator selbst liegen, hieß es auf Nachfrage. NaroIQ wiederum stellt die Technologieplattform. Über diesen Weg benötigen die Genossen eigenen Angaben zufolge keinen externen Dienstleister. Die Auflage und Verwaltung der ETFs ist für Deutschland, Luxemburg und die Schweiz geplant.
Anders geht die DZ Bank vor, das Zentralinstitut des Volksbanken-Lagers und Haupteigner der DZ Privatbank. Das Geldhaus arbeitet bei der Auflage seiner passiven ETFs mit dem britischen Service-Anbieter Han-ETF zusammen. Die Londoner gelten als der Platzhirsch im europäischen White-Label-Geschäft mit ETFs. Die DZ Bank will die Indexfolger dem eigenen Bekunden nach für ihre Zertifikate-Sparte nutzen, wie FONDS professionell ONLINE exklusiv berichtete. Diese ETFs seien nicht Teil der Technologiepartnerschaft zwischen NaroIQ und der DZ Privatbank, hieß es auf Nachfrage.
"Zukunft des Fondsgeschäfts"
"ETFs sind die Zukunft des Fondsgeschäfts", kommentiert Chris Püllen, Mitgründer und Chef von NaroIQ, die Kooperation. "Die bestehende Wertschöpfungskette der DZ Privatbank kann durch unsere Partnerschaft vollständig erhalten werden, sodass innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe nun auch ETFs auf der eigenen Infrastruktur aufgelegt werden können." (ert)















