Die Axa hat alle laufenden Verträge ihrer Unfall-Kombirente gekündigt. Kunden, die die seit 2010 angebotene Police abgeschlossen hatten und im Versicherungsfall eine lebenslange monatliche Rente zwischen 500 und 3.000 Euro bekommen, schauen nun in die Röhre, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. 

Der SZ zufolge begründet die Axa das Aus für das Produkt mit dem medizinischen Fortschritt, der die Kosten für den Tarif immer weiter verteuere. Hinzu kämen die niedrigen Zinsen. Beides spielt zusammen: Die Versicherer kalkulieren bei solchen Tarifen auch mit dem Tod der Kunden (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Da diese aber wegen des erwähnten Fortschrittes länger leben, muss die Assekuranz die Renten länger zahlen. Die Minizinsen wiederum verkomplizieren es, die nötigen Rückstellungen aufzubauen. Daher müssten Kunden also sehr hohe Beiträge zahlen oder der Versicherer ans Eingemachte gehen – beides möchte die Axa aber offenbar nicht.

Rechtlich korrekte Kündigung
Das Vorgehen des Versicherers ist dem weiteren Bericht zufolge juristisch aber korrekt – er hat das Recht zu kündigen. Allerdings wird der Schritt das Vertrauen in die private Alters- und Vorsorgeprodukte der Assekuranz wohl kaum stärken, das durch die Diskussionen um die im Fachjargon Run-off genannten Übertragungen von älteren Lebensversicherungsbeständen an externe Unternehmen ohnehin gelitten hat. Insbesondere die Axa kämpft hier mit einem Imageproblem, da sie einen solchen Schritt in der betrieblichen Altersvorsorge bereits vollzogen hat.

Zweifelhafte Ausweichmöglichkeit
Die Unfall-Kombirente zahlt laut der SZ nur in bestimmten Fällen, etwa wenn ein Unfall oder eine schwere Krankheit wie Krebs zur Invalidität des Versicherten führen; psychologische Krankheiten sind ausgeschlossen. Dennoch haben dem Artikel zufolge Tausende das Produkt gezeichnet. Diese haben nun die Möglichkeit, in eine Existenzschutzversicherung zu wechseln. Diese sei aber wesentlich unattraktiver, das Preis-Leistungs-Verhältnis soll schlechter sein: Wenn Kunden die gleiche Rente wie in der Unfall-Kombirente möchten, müssen sie deutlich höhere Beiträge zahlen. Hinzu kommt, dass die Rente bei dieser Variante nur bis zum Ende des 67. Lebensjahres gezahlt wird. (jb)