Die Zahl der Interessenten für die Commerzbank-Sparte Equity Markets & Commodities (EMC) ist von drei auf zwei gesunken. Die US-Bank Goldman Sachs und die Société Générale aus Frankreich hätten endgültige Gebote für den zum Verkauf stehenden Bereich abgegeben, berichtet Bloomberg. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf Informanten, die mit den Vorgängen vertraut seien. Das britische Institut Barclays dagegen habe sich aus dem Bieterwettbewerb zurückgezogen. Dem Bericht zufolge möchte die Commerzbank in den kommenden Wochen entscheiden, welchem Käufer sie den Zuschlag gibt.

Die Commerzbank hatte Ende September 2016 angekündigt, die Sparte in einer eigenen rechtlichen Einheit bündeln und dann abstoßen zu wollen (FONDS professionell ONLINE berichtete). Konzernchef Martin Zielke möchte mit dem Verkauf das Eigenkapital der Bank stärken und den Fokus künftig auf das Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden richten.

Fonds, Derivate und Market Making in einer Sparte
In der Sparte EMC sind vier verschiedene Geschäfte gebündelt: Der Bereich "Flow" umfasst Derivate wie Optionsscheine und Differenzkontrakte, das Segment "Investmentprodukte" emittiert Anlagezertifikate wie Aktienanleihen oder Bonus-Strukturen. Das "Market Making" umfasst hauptsächlich die Marktpflege und den Handel mit ETFs – nicht nur mit hauseigenen Indexfonds der Marke Comstage, sondern auch mit ETFs anderer Anbieter. Auf dem Gebiet des Market Makings für ETFs gilt die Commerzbank als führende Investmentbank in Europa.

Beim vierten Bereich handelt es sich um das Asset Management. Er ist vor allem für die Comstage-ETFs bekannt, umfasst aber auch das wachsende aktive Asset Management mit eigenen Publikumsfonds und Mandaten für institutionelle Investoren. Hinzu kommen strukturierte Fondslösungen. Die Luxemburger Kapitalverwaltungsgesellschaft Commerz Funds Solutions verwaltet dem Branchenverband BVI zufolge gut elf Milliarden Euro. In Summe arbeiten mehr als 500 Menschen für die Sparte EMC – das entspricht dem halben Handelssaal der Commerzbank. (bm)