Zwei Drittel der deutschen Banker erwarten Bonus – aber geringeren
Viele Beschäftigte der deutschen Finanzbranche rechnen trotz eingetrübter Konjunktur mit einem Bonus bei der nächsten Auszahlung. Eine neue Studie zeigt jedoch: Die Erwartungen an die Höhe der Sonderzahlungen sinken spürbar.
Rund zwei Drittel der Beschäftigten bei Banken und anderen Finanzdienstleistern in Deutschland gehen davon aus, dass sie einen Bonus im kommenden Jahr beziehungsweise bei der nächsten Bonus-Runde erhalten werden. Das geht aus der Gehaltsstudie 2026 des Personaldienstleisters Robert Walters hervor, die der Nachrichtenagentur "Bloomberg" vorab exklusiv vorliegt.

Demnach erklärten 24 Prozent der Befragten, dass ihnen ein Bonus signalisiert wurde. Weitere 42 Prozent erhielten eigenen Angaben zufolge zwar noch keine Zusage, rechnen aber mit einer Sonderzahlung. Rund zwölf Prozent waren sich unsicher. Die übrigen 22 Prozent gaben entweder an, dass ihnen gesagt wurde, dass sie keinen Bonus erhalten, oder aber, dass sie selbst mit keiner Zahlung rechnen.
Boni bleiben branchentypisch – Erwartungen sinken
"Boni spielen in der Bankenbranche schon immer eine wichtigere Rolle als in anderen Branchen", erklärte Lisa Gloos, Managing Consultant für Banken und Finanzdienstleister bei Robert Walters in Deutschland, in einem Gespräch mit "Bloomberg News".
Was sich laut Gloos allerdings verändert hat, sind die Erwartungen an die Höhe der Boni. "Wir sehen, dass mehr Beschäftigte geringere Boni erwarten und die Erwartungen an höhere Boni abnehmen", sagte sie. "Das könnte ein Spiegelbild der verhaltenen konjunkturellen Lage in Deutschland sein. Banken werden also konservativer, wenn es um das Thema Bonuszahlungen geht."
Steigende Zahl mit niedrigen Bonus-Erwartungen
So erklärten immerhin 61 Prozent der Befragten aus der Branche, die in der Erhebung von Robert Walters von einem Bonus ausgingen, dass dieser maximal zehn Prozent des Jahresbruttogehalts betragen dürfte. Bei der Gehaltsstudie 2025 waren es lediglich 37 Prozent gewesen, die diese niedrigere Spanne nannten.
Für die Robert Walters Gehaltsstudie 2026, die auch noch andere Themengebiete umfasst, sind im September und Oktober insgesamt 111 Beschäftigte und 106 Personalverantwortliche aus der Banken- und Finanzbranche in Deutschland befragt worden. (mb/Bloomberg)













