Zwei Drittel der Finanzdienstleister planen Neueinstellungen
Die Finanzbranche zeigt sich beim Personalbedarf deutlich optimistischer als andere Wirtschaftszweige. Viele Institute rechnen mit zusätzlichem Personalbedarf – nicht zuletzt wegen neuer Aufgaben und des bevorstehenden Renteneintritts zahlreicher Mitarbeiter.
Die deutsche Finanzbranche will überwiegend neue Mitarbeiter einstellen und denkt weniger an Entlassungen. Das geht aus einer Studie des Personalberaters Manpower hervor. Demnach planen 67 Prozent der Finanzdienstleister wie Banken und Versicherer, im Verlauf des ersten Quartals Personal aufzubauen. Nur 14 Prozent wollen Stellen abbauen, während 17 Prozent keine Veränderungen vorsehen.
Damit sind die Einstellungsabsichten in der Finanzbranche deutlich stärker ausgeprägt als in anderen Wirtschaftszweigen. Im Durchschnitt aller untersuchten Branchen in Deutschland planen lediglich 40 Prozent der Unternehmen, im ersten Quartal Personal aufzubauen.
Doppelter Druck auf die Personalplanung
Die Finanzbranche steht bei der Personalplanung derzeit gleich doppelt unter Druck. Zum einen werden Mitarbeiter für neue Aufgaben benötigt, etwa in den Bereichen künstliche Intelligenz und Regulatorik. Zum anderen müssen viele Beschäftigte ersetzt werden, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen.
Erst in dieser Woche hatte Sparkassenpräsident Ulrich Reuter in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Bloomberg" gesagt, dass von den rund 195.000 Mitarbeitern der Sparkassen in den nächsten zehn Jahren etwa 120.000 in Rente gehen dürften.
Viele offene Stellen bei Banken und Fintechs
Allein im dritten Quartal 2025 belief sich die Zahl der von Banken und Fintech-Unternehmen in Deutschland öffentlich ausgeschriebenen Stellen auf rund 42.000. Das zeigt eine Erhebung des Berliner Personalmarktspezialisten Index-Gruppe. Zahlen für das vierte Quartal liegen bislang nicht vor.
Die Daten zu den Einstellungsabsichten der Finanzbranche im ersten Quartal sind Teil des "Manpower Group Arbeitsmarktbarometers Q1/2026". Dafür wurden Unternehmen aus verschiedenen Branchen in Deutschland befragt. (mb/Bloomberg)
















