Die Augsburger Aktienbank (AAB) wird Kunden, die als "US-Personen" einzustufen sind, zum 31. März 2021 ihre Konten und Depots kündigen und das Neugeschäft mit dieser Kundengruppe einstellen. Darüber informiert die Fondsplattform ihre Vertriebspartner in einem Schreiben, das FONDS professionell ONLINE vorliegt.

Als Grund nennt die ABB den hohen personellen und technischen Aufwand, den das Reporting nach dem Foreign Account Tax Compliance Act, kurz Fatca, verursacht. Das Abkommen schreibt vor, dass deutsche Finanzinstitute alle steuerrelevanten Daten von Kunden, die nach dem Gesetz "Personen der Vereinigten Staaten" sind, an das Bundeszentralamt für Steuern melden müssen. Von dort aus gehen die Informationen an die oberste US-Steuerbehörde IRS. Fatca gilt in allen Ländern, die sich über bilaterale Abkommen mit den USA dazu verpflichtet haben, die Regelungen in nationales Recht umzusetzen.

Immer mehr Aufwand
Der Aufwand, den das gesetzliche vorgeschriebene Reporting mit sich bringt, sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, schreibt die ABB. "Wir haben daher die geschäftspolitische Entscheidung getroffen, bestehende Konten und Depots von US-Personen zum 31. März 2021 zu kündigen. Ebenso werden wir ab sofort keine neuen Konten und Depots für US-Personen mehr eröffnen", heißt es in dem Schreiben an die Vertriebspartner. Diese bittet die Fondsplattform, ihre US-Kunden bei der Übertragung von Depotbeständen und Kontosalden auf eine geeignete Bankverbindung zu unterstützen. 

Dafür ist es wichtig zu wissen, welche Klientel überhaupt betroffen und was zu tun ist. "Personen der Vereinigten Staaten" sind zunächst einmal alle Kunden, die in den USA steuerpflichtig sind, etwa weil sie dort worden geboren sind oder einen Wohnsitz haben. Zu einer Einstufung als "US-Person" führt auch der Besitz der amerikanischen Staatsbürgerschaft, einer doppelten Staatsbürgerschaft, einer Green Card oder die gemeinsame steuerliche Veranlagung mit einem in den USA veranlagten Ehepartner.

Finanzierungen nicht betroffen
Gekündigt werden alle Konten und Depots, deren Inhaber oder Mitinhaber eine US-Person ist. Konten und Depots, bei denen eine US-Person als wirtschaftlich Berechtigter, als Vertretungsberechtigter oder als Bevollmächtigter hinterlegt ist, sind ebenfalls betroffen. Nicht gekündigt werden Immobiliardarlehen, Ratenkredite und Policendarlehen.

Damit Depotbestände und Kontosalden übertragen werden können, verlangt die ABB bis spätestens 31. März 2021 Angaben zu einer neuen Bankverbindung. Eine Übertragung der Konten und Depots an die Ebase ist "im Zuge der geplanten Migration Mitte 2021" allerdings nicht möglich, teilt die Bank in ihrem Schreiben an die Vermittler dezidiert mit. Bei nicht termingerechter Rückmeldung werden die Wertpapiere beim zuständigen Amtsgericht hinterlegt. 

Kündigung soll Mitte Januar erfolgen
Die ABB wird die Kündigungsschreiben nach eigenen Angaben Mitte Januar postalisch versenden und simultan ins E-Postfach einstellen. Eine Liste der betroffenen Kunden stellt die Fondsplattform den Vermittlern bei Bedarf zur Verfügung. (am)