Lange dauert es nicht mehr, dann müssen Berater von Banken ihre Kunden danach fragen, welche ESG-Kriterien sie bei einer Geldanlage berücksichtigt wissen möchten. Am 2. August tritt die Neufassung für die Delegierte Verordnung 2017/565 zur Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie Mifid II in Kraft. Von diesem Datum an ist die Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenz verpflichtend. Rechtzeitig vor dem Start haben das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE) dazu gemeinsam einen aktualisierten Leitfaden veröffentlicht.

Für Anlageberater stelle es eine besondere Herausforderung dar, die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kunden richtig einzuordnen und ihnen ein geeignetes Produkt anzubieten, erklären das FNG und das DNWE in einer Pressemitteilung. Um eine Orientierungshilfe für diese Einordnung zu schaffen, hatten die beiden Netzwerke mit weiteren Partnern aus Praxis und Wissenschaft bereits 2020 einen Leitfaden entwickelt. Dieser wurde nun überarbeitet und aktualisiert. 

Das bietet das Werk
Der neue Leitfaden soll Beratern zu einem leichteren Einstieg in die Thematik verhelfen. Er ist in die Bereiche "Vorbereitung des Beratungsgesprächs", "Thematisierung von Nachhaltigkeit im Beratungsgespräch" und "Erfüllung der Mifid-II-Pflicht" gegliedert. Außerdem werden die verschiedenen Nachhaltigkeitsdefinitionen vorgestellt und durch Vorschläge ergänzt, wie die Begriffe den Kunden erklärt werden können. Der Leitfaden ist mit praktischen Grafiken und visuellen Darstellungen versehen.

"Der Leitfaden bietet eine Hilfe für Berater und Beraterinnen, sowohl für die, die sich schon mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt haben, als auch für die, für die das Thema neu ist", erklärt FNG-Geschäftsführer Sascha Görlitz. "Der Diskurs um eine ethische Orientierung der Finanzwirtschaft hin zu einer nachhaltigen Ökonomie der Zukunft ist eine zentrale Herausforderung für die Gesellschaft", ergänzt Katharina Knoll, Leiterin des DNWE-Regionalforums Frankfurt und Vorstandsmitglied. Gerade die Finanzwirtschaft trage eine besondere Verantwortung für eine nachhaltige Transformation der Gesamtwirtschaft. "Mit dem Beraterleitfaden gestalten wir diese Diskurse aktiv mit und geben Impulse für die praktische Umsetzung", so Knoll. (am)


Das FNG stellt den Leitfaden und ein Begleitdokument mit weiteren Erläuterungen und Begriffsdefinitionen kostenfrei im PDF-Format zum Download zur Verfügung (externe Links).